Dienstag, 12. August
Um halb acht morgens beginnen die Arbeiter auf dem Dach ihre Arbeit. Und wie selbstverständlich wird ein Radio eingeschaltet, brüllend laut und immer der beschissenste Sender. Wirklich jeder, der im Umkreis lebt, soll Kenntnis davon nehmen, dass die Arbeit aber jetzt auch wirklich losgeht. Mit der Arbeit haben die Anwohner aber nichts zu tun, der einzige, der damit noch zu tun hat, ist der Besitzer des Daches, auf dem dieser öffentliche Arbeitsnachweis stattfindet.
Warum ist das eigentlich immer so? Woher kommt diese gefühlt tausendjährige Tradition, dieses kernig gesunde Selbstverständnis der Handwerker, Rücksichtnahme sei nicht nur überflüssig, könne man gar nicht erwarten (“könnse nich erwatn”), sondern vielleicht sogar eine Beleidigung der Arbeitenden selbst? Dem eigenen Schicksal Arbeit etwas abtrotzen. Ich verstehe es nicht.
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.