Freitag, 29. Januar 2016

Gestern war es also soweit: das erste Mal den Satz geschrieben mit “zur Durchsetzung
meiner Ansprüche den gerichtlichen Rechtsweg einschlagen” usw usw. – Ich im Rechtsstaat, mein erster Karteieintrag. Der Horror eines offen ausgesprochenen Kriegszustandes ist einer Beruhigung gewichen, die das deutsche Rechtssystem – spezifisch für meinen Fall kurz umrissen vom besten Freund und Juristen M. – auf mich ausstrahlt. Die abstrakte Distanz in der Sprache ist ein rätselhafter, aber heilsamer Sirup. Während M. erzählt, brechen sich Abstraktion und Konkretion meiner “Sache” als mäßig getakteter Stroboeffekt Bahn, dabei blättere ich und lese einzelne Sätze aus einem Text von Friedrich Petzel über “Bad Painting”. Es war an irgendeinem Punkt dieses Abends, an dem mir klar wurde, dass sich zwischen all diesem Zeug ein schöner Tag abgespielt hatte, ein blauer Himmel, gutgelaunte Luft. Zuletzt fällt mein Blick auf ein Bild Kippenbergers: Die Bourgeoisie kommt nicht weiter und der Fußball bewegt sich im Mittelfeld.

P.S. Mein Lieblingsfilm ist “Der Mieter” von Polanski.

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