“Eine feste Burg ist unser Gott” (Teaser zum Reformationsjahr 2017. In diesem Zusammenhang auch zu beachten: das kaputtgeile Wort Gesamtdeutschland, Anm. d. Verf.)
Kahle, regennasse Äste hier vor dem Fenster, schimmern wie graue Aale, die man aus dem Tümpel gezogen hat… Gestern, beim Abendessen in dem kleinen marokkanischen Restaurant, sagte mir A., als sie mich eine Zeit wortlos beobachtet hat: “Eben war noch so ein gutes Licht, da waren deine Augen so schön blau”. Mit A. gibt es keine amourösen Verstrickungen, was den Satz für mich in dem Moment umso schöner machte, weil sie ihn ja nicht sagen muss. Ich kann es nicht zugeben, nicht vor einem anderen Menschen, aber ich brauche solche Sätze – für mein verdammtes Seelenheil – öfter. Eine ganz profane Bemerkung, ein ganz normales nettes Wort. Von jemand ANDEREM gedacht und dann gesagt. Besser, wenn es von einer Frau kommt. Klar. Mein lächerlich volatiles Verhältnis zu mir selbst ist, sehr wahrscheinlich, mein größtes Problem. Ich hoffe, ich ruiniere mich nicht damit. Ich arbeite dran. Aber ich brauche, wie jeder Mensch, auch ein bisschen Hilfe von Euch, folks. (Blick ins Publikum, Tonfall neutral – Tendenz: heiter, facial expression fatal-lässig)
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