Freitag, 22. Juli 2016

Es hatte sich gestern Abend, als ich mit Lukas – mit dem ich zuvor länger bei mir im sog. Wohnzimmer auf den blauen Sesseln gesessen hatte es ging um Kunst und Betrieb – das Haus Richtung Rewe verließ, deutlich abgekühlt, was unmittelbar erleichternd war. Auf dem Rückweg haute ein Säufer mit Sommerhütchen scheinbar wütend wiederholt auf das Blechdach eines Stromkastens und machte ordentlich Lärm. Mehr wird von vielen Menschen im Leben nicht mehr kommen, nur noch stumpfer Lärm.

Auf der Fensterbank, komplett tot: Basilikum und Minze, auch hängen extrem schlaff hernieder im Blumenkasten: Spinat und das andere Zeug. Wird meine Mitbewohnerin mit mir schimpfen? 

Auf dem Stapel im sog. Wohnzimmer oben auf: der wunderschöne soft-cover Katalog mit den Zeichnungen von William Crawford (Ampersand Editions, 2015, Portland). Man fand diese Zeichnungen in den späten 90er Jahren in einem Haus in Oakland, Kalifornien, nahezu alle waren rückseitig auf Dokumente aus verschiedenen Vollzugsanstalten und Gefängnissen gemacht, in denen Crawford eingesessen haben muß, wahrscheinlich reichen sie bis in die 80er Jahre zurück. Die wollüstige Detail- bzw. Lochversessenheit macht die Bleistiftzeichnungen nur vordergündig hardcore. In Wahrheit sind sie: zärtlich, verträumt, URGENT

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