Sonntag, 23. Oktober 2016

Love is strange – Buddy Holly

Kommunizieren is strange – Ich

Hielt der allgemeine Spirit der Unverbindlichkeit Einzug mit den technischen Apparaten, die es mit ihrer nahezu Echtzeitkommunikation erlauben, alles und jeden zu verschieben, ohne dabei eine Übermittlungslatenz mitdenken zu müssen, verschieben nach hinten, nach ganz hinten, auf unbestimmte Zeit, und dann am Ende natürlich: auf GAR NICHT? Du, Verzeihung, ich muss kurzfristig... Im Wort jedenfalls, im hingeschriebenen, fühlt es sich sicherer an, als im direkten Gespräch, lässt es sich aus einer irgendwie bequemeren Deckung heraus agieren. Das Gefühlsmäßige, das immer eher zur Bequemlichkeit hin absackt, und einen, da man ja auch schon mal da ist – hallo – gleich mitnimmt. Werd’ doch mal fragen dürfen? Wie ist das bei Ihnen? Problemchen?

Mit Emails ähnliches Ding, am anderen Geschwindigkeits-Pol. Unglaubliche Zerdehnung, LANGSAMKEIT, deren Effekt bzw. deren Heftigkeit im Effekt gekoppelt ist an das, was wir in der anderen Technikebene möglich wissen. Bei großer Zerdehnung: weniger Dialog, als vielmehr das Abfeuern von Einzeltexten, die eine gewisse Schwelle grade noch so überwinden können, die vielleicht durch den Betreff noch eingeordnet werden können in den EINEN Strang, den man mal, naiv wie man war… jetzt aber läuten die Kirchenglocken und das Institut für Sozialforschung schließt, klappt die kesseldruckimprägnierten Läden hoch. 

“Komm an meine Brust”, sagte I. gestern zu mir, und ich tat wie mir geheißen, denn ich bin ein freundlicher und aufmerksamer junger Mann. Auf der Arbeit kam es dann noch zu einem Zwischenfall: C. warf mit einem Teebeutel nach der frechen Taube, verfehlte sie jämmerlich.

Schreibe einen Kommentar