In acht Wochen ist das Jahr abbezahlt. Liturgische Farbe heute: Weiß.
Nach dem Aufstehen direkt Kaffee und in den Sessel (Vollgas, Nutte) und ins Keun-Buch rein. Sonne im Wohnzimmer und im Monitor leuchten meine schlohweißen Bartstoppeln. Warum gehe ich so selten zum Rhein runter, wo es doch nur 300 Meter sind? Antwort: weil es zu viele Menschen sind. Das ist kein Spazierengehen, das ist Sich-Zeigen. MODE
Von Einladungen zu Parties fühle ich mich meistens unter Druck gesetzt, wie Prüfungstermin. Am Tag der Party dann dutzende Phasen durchlaufen: will ich hin, geh ich hin, wie komme ich da raus, wer wird da sein, was wird besprochen, welche Lüge funktioniert, welche Wahrheit funktioniert besser als Lüge A usw. – auf Trinken eh so wenig Lust, weil ich das angenehme Level der Betrunkenheit nicht halten kann, es soll und muss ja weitergehen, außerdem immer stark impulsives Nach-Hause-Bedürfnis an einem Punkt auf der Zeitachse. Manchmal stehe ich aus wirklich netten Gesprächen einfach auf und sage: Ja, muss jetzt leider. Ich gehe gern, wenn es schön ist. Verstehen viele absolut GAR NICHT.
Von Betty Boop habe ich gelernt, was ein Strumpfband an einem Frauenbein ist.
Am Samstag habe ich Heike gefragt, ob sie wisse, was Anne Imhoff eigentlich macht, was das ist. “Weiß keiner, ist Mode”. Kittelmann hätte zu ihr, Heike, neulich im Hamburger Bahnhof, vor der Premiere von Angst 2, gesagt: “Frau K., heute wird Kunstgeschichte geschrieben!” – Achso? Zu sowas läßt sich big Udo Kittelmann hinreißen? Oder ist das normaler Promotext, ausgeatmet? Dronen und Falken kommen auch vor. Was ist das mit Mode überall jetzt? Imhoff macht den Pavillon in Venedig nächstes Jahr.
Jetzt geht es hier weiter mit Work during wartime, bitte durch diesen Augenblick durchgehen und ganz normal weitermachen.
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