Donnerstag, 8. Dezember 2016

Kurz nach 16 Uhr stehe ich an einem Stehtisch in der „Metzgerei Stürmer“ und esse zwei Bratwürstchen, Rotkohl und kleine Salzkartoffeln, die wie gelbe Schneebällchen aussehen, mit so schön glatten Kanten.

In der „Metzgerei Stürmer“ arbeiten immer sechs bis sieben Damen in Schürzen gleichzeitig, es gibt eine hoch frequentierte Wursttheke zu bedienen, eine Käsetheke im Mittelsegment, deren wuchtige eingebaute Glasvitrine aus blank geputztem Aluminium und spiegelnden Innenwänden der Hauptaltar des Ladens ist, sowie eine Theke für warme Mahlzeiten (Donnerstags Reibekuchen). 

Die Käsevitrine ist mit breiten, silber spiegelnden Leisten abschließend in die Rückwand eingelassen, hinter den gläsernen Schiebetüren liegen auf Regalflächen mächtige und plumpe Käselaiber, die sich im Innern der großen Vitrine spiegeln, wie kostbar inszenierte Skulpturen. Weiße Lichter in kleinen Striemen auf den tiefgelben Rinden – eine Art Wayne-Thiebaud-Traum. 

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