Mittwoch, 28. Dezember 2016

Beim Aufwachen, immer wieder, die Sensation der Nüchternheit. 

Ich habe die letzten Tagen nichts schreiben können, da es mir zwingend vorkam, nicht auf Textproduktion hin zu denken, zu schweigen, nur zuzuhören oder nicht zuzuhören, herumzuschauen, was die anderen machen, passiv bleiben. Super war natürlich, daß es am zweiten Weihnachtsfeiertag schon wieder Fußball gab. Meiner jetzt ehemaligen Mitbewohnerin, die wieder zurück in Schweden ist, muss ich noch ihr Zlatan-Trikot machen. Ich will aus dem Gedächtnis das Logo des schwedischen Fußballverbandes auf ein gelbes T-Shirt malen. Am Ende müsste es ein bisschen retarded aussehen, so will ich das haben. Sie hat mir eine kleine Vase aus Beton geschenkt, die sie selbst gegossen hat. Eine brutalistische Vase. 

In Peterborough, Ontario, Kanada, sind die Straßen so vereist, daß sich Leute auf Schlittschuhen fortbewegen. Die Autos bleiben vor der Garage geparkt, wie man das aus amerikanischen Filmen kennt, aus dem Vorspann der Sopranos. Ein Bild wie eine kurze Jugend.

Das Atelier als der Ort der nonsozialen Klärung von vollsozialen Fragen.

In der Ausstellung Von Dürer bis Van Gogh – Die Sammlung Bührle: eher langweilige Mohnfelder von Monet, mittlere Formate in Prunkrahmen. Weiter hinten drei Courbets, die, obwohl nicht mal zu den Top Courbets gehörend, locker eine Klasse besser sind als alles andere, nur Manet kann da mithalten. 

An der Innenseite der Flasche des Frosch Citrus-Reinigers wirft die gelbgrüne Flüssigkeit Blasen, die von außen wie verklebte Härchen aussehen.  

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