Der Himmel heute Morgen, würde man ihn befragen, er würde abraten.
Montagabend schreibe ich meinem Buchhändler noch eine SMS mit der Information, daß John Berger gestorben ist, wie es mir eine Push-Mitteilung der The Guardian App auf meinem Telefon zuvor mitgeteilt hatte. Ich sitze währenddessen am Tisch bei Freunden, der Jude hat Geburtstag. Mir gegenüber ein Tätowierer aus Venezuela und seine hübsche russische Freundin, die ein neongelbgrünes, langärmliges Oberteil trägt, dessen Rückenteil negligéartig durchsichtig ist. Sie trägt darunter einen schwarzen BH und sie hat eine schöne Taille. Es sieht an ihr überhaupt nicht aufdringlich oder nuttig aus, sondern süß, schön, interessant. Das liegt an ihrem Wesen. Ein ruhiger Mensch kann alles tragen.
Der dreijährige Sohn des Gastgebers sitzt vorm Computer und kuckt russische Cartoons. Ich sage “Hallo Lew”, obwohl er mich schon im Treppenhaus per Handschlag begrüßt hatte, aber ich mach ihn auch gern ein bisschen verrückt, damit er wiederum ausrastet. Dann zieht er sich die Hose runter und zupft an seinem Dingen und ich denke, er will mir irgendwas mitteilen, das tun Kinder doch? Ich frage ihn, ob er aufs Klo müsse, da lacht er mich nur aus. So auch noch nicht erlebt. Er zeigt mir auch noch seine Plastik-Dinos.
Es gab nur Öl für einen Tag, aber dann brannten die Lampen – oh Wunder – acht Tage und jetzt ist die Frage: was mache ich hier noch alles in dem Tempel?
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.