Sonntag, 22. Januar 2017

Die Flucht. Ich kann die Worte und Satzgebilde um “Trump”, “fake” und “protest” nicht mehr hören, nicht mehr ertragen, leider, und bin froh, in einem Café folgende Miniatur in mein Heft notieren zu dürfen:

Eine nicht unsympathische Hipster-Tucke schwuchtelt sich auf weissen Sneakersohlen und mit leicht federnden Schultern zur Fensterbank hin, wo die Zeitungen und Magazine liegen. Ähnlich einem Ausdruck von diesseitigster Erfüllung wie ihn Pilger in Lourdes im Gesichte tragen könnten – so meine Vorstellung – lächelt der junge Gayboy seinszufrieden, als sei er gleichsam mit dem Zentrum analen Glücks verbunden, einer Art auf fleischliche Kurzweiligkeit angelegter “Todesstern”, nur andersrum und in Vollgut. Mit leicht gespreizten Fingerchen greift er zur “Intro”. Seine Stimme ist ein Homoflöten, ein tuntiges Alto mit scharfem ß, und schlösse man die Augen während man seiner Stimme lauschte, man sähe vor sich das “Dschungelbuch” in einer steamy und hektischen Version aus dem Universum des Videokünstlers Ryan Trecartin. In vollem Ornat steht die Wintersonne.

Gestern gab es Reibekuchen. Inshallah

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