Heute dann, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. April 2017, ein auf den ersten Blick angemessen langer Text (die Schönheit des Zeitunglesens: der frische Blick auf die durchs Umblättern fürs Auge freigegebene NEUE Seite) von Boris Pofalla zur Sache Dana Schutz, Whitney-Biennale und Hannah Black, der eigentlichen Protagonistin dieses aftermaths.
Problem: bereits im ersten Satz des sog. offenen Briefes, den die in Berlin lebende Autorin Hannah Black veröffentlicht hatte, war ein dermaßen brutaler sachlicher Fehler drin, daß es mich (und damit die Offenheit, einer stringenten und logischen Argumentation zu folgen) komplett zerschossen hat. Der eigentlich dafür noch zu schwache Begriff Selbstgerechtigkeit ist spürbar an ein Gefühl der Nervosität gekettet (das freilich durch die Dringlichkeit und Aktualiät des Anliegens total einleuchtet), mit der in diesem Brief komplexe Begriffe zum Zerbersten gebracht werden, und am Ende liegt dort ein “offener Brief” vor, der einen extrem juvenil-verirrten Eindruck, ein Amalgam aus Wut, falschem Begriffsgrandeur und Aufgekratztheit hinterlässt.
Pofalla beschreibt genau richtig, was auch mich daran so….ja was eigentlich, entsetzt, traurig macht, zermürbt: die scheinbar dann doch grundlegende Komplettversautheit des Kunstbetriebs. Ich weiß nicht, ob es passt, aber ich denke an einen Satz von Wolfgang Herrndorf: “Hedonismus ohne Bildung ist Scheiße.”
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.