Donnerstag, 15. Juni 2017

Sempre in Sella!!
Himmer in Sattel!!
                                 – Italienische Postkarte, Riviera del Conero (Ancona)

Tanti saluti a tutti da gurrende Taube in undisclosed whereabout.

Im Hinterhof – und das ist keine Metapher, sondern ich meine den Hinterhof – befindet sich eine Art Dōjō, eine längliche Halle, das Dach mit roten Bitumenmatten bedeckt, und jetzt stoßen vereinzelt laute “Hai!”s aus dem geöffneten Oberlicht des Dōjō, jeweils gefolgt von einem dumpfen Geräusch von Einschlag auf eine Matte oder einen Boxsack. Es ist fast windstill. Manchmal finden in diesem Dōjō auch Drumcircles statt. Ich hasse Drumcircles, denn es gibt viele Missverständnisse, wenn es um Schlagwerk geht. 

Mein Frontallappen pocht, seit ich aufgewacht bin, aber an der gestrigen Mischung Rosé/Gin Tonic sollte es eigentlich nicht liegen, vielleicht ist es der merkwürdige Druck in der Sphäre, die Wetter-App sagt schwere Gewitter für den frühen Nachmittag voraus. Ich habe das Gefühl, nicht ich selbst, sondern mein Gehirn hat einen sog. Thousand-Yard-Stare, und es weiß nicht so recht, was es fokussieren soll. Neben mir liegt der dicke, gelbe Denis-Johnson-Ziegelstein, eine Volvic-Flasche mit Wasserstand 1cm, und ich habe ein Haar im Mund.

Ich bekam gestern einen Newsletter des Manuscriptum-Verlags, und ich weiß nicht, warum. 

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