Samstag, 24. Juni 2017

“…Anflug von 90er-Jahre-Wunsch nach Integrität.”
                                                                Seth Price, TZK, Nr. 106 / Juni 2017

Alle kriegen sich wieder ein bisschen ein, im dritten Stock kann auch wieder geatmet werden, Belagerung durch Hitze vorerst abgebrochen, schreibe ich hier hin, und schaue dabei in einen Himmel, sehr plastisch bewölkt im Stile der flämischen Meister. Das sanfte Schnarren der durch Wind sich aneinander reibenden Bäume. 

Abends alleine beim Italiener gegessen, und zuerst am Nebentisch drei Frauen, Kolleginnen, nehme ich an, die sich über die “Firma” unterhielten. Eine der Frauen behielt die ganze Zeit die Sonnenbrille auf. Etwas später kamen zwei andere Frauen und setzten sich direkt gegenüber von mir hin, und da ich automatisch neugierig bin, was so zwei Frauen, wenn sie unter sich sind, erzählen, zieht es mein Hirn immer halb dorthin. Zur Tarnung trank ich zwei Moretti-Biere.

In Texte zur Kunst ein Zweiseiter von Seth Price, Thema in Essenz: die ANGST, bei nicht genügend Zirkussen mitzumachen, um GESEHEN zu werden, den Anschluss nicht zu verlieren. Angst Angst Angst.
Price zitiert im Text außerdem Nico Baumbach zu sozialen Medien und deren Druckszenarien: “Den Leuten ist es zunehmend wichtiger, die Jouissance des Anderen zu vernichten, als das Leben aller zu verbessern.” Interessant, nehme ich erst mal so auf. Für Lacan-Studien fehlen mir jetzt aber die thrills.

In neuer Armee-Jacke betrete ich den Gründerzeitpalast und….

Bei Marc Maron’s Podcast ist Sofia Coppola zu Gast. Wirkte eher sehr langweilig die Frau. 

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