Monat Neun
Kalenderwoche 35
Tag Eins
Vier Wochen rum
Berlin, 11:39h. Bewölkt, 18 Grad, Regenwahrscheinlichkeit 10%
Die rund 12.000 Seiten umfassenden Protokolle,
die der taz vorliegen,
oszillieren zwischen alltäglichen Banalitäten und politischen Überlegungen,
bis hin zu brutalen Gewalt- und Vergewaltigungsvorstellungen.
EINE MAX-LIEBERMANN-SZENE
Durch kurz gelagerte Erinnerung etwas verengt, ist da dieser Abend, “der letzte Sommerabend”, die Luft warm, der Himmel früh erdunkelt bis ins Schwarz, die Kastanien im gelben Licht der Laternen in der Fasanenstraße tatsächlich majestätisch, wie sie sich da schützend aufbauen über einem, mit ihren hundert Armen.
Und vor der Galerie Buchholz steht auch schon die verschwitzte Kunstmenschentraube, Weißweingläser und Bierflaschen in der Hand, geöffnete Poren in glücklichen Gesichtern. Ein gut gebräunter Diedrich Diedrichsen steht in grünem Hemd auf dem Balkon, in der Galerie selbst ist es schwül und feucht wie in einem Tropenhaus. Moyra Davey/Sam Lewitt.
Auf einmal steht Valeria vor mir, die ich sehr lange nicht gesehen habe. Sie hat so einen irgendwie verschlüsselten Blick, bei ihr kann ich gar nicht sagen, ob sie mich überhaupt leiden kann oder nicht. Dann mit S. fast alleine oben im zweiten Geschoss. Eine Zigarette auf dem leeren Balkon, dann heißt es auch schon: wir schließen jetzt. Wunderbar, genau richtig, Auf Wiedersehen. Tendenz klar zu den mineralistischen Lampen von Sam Lewitt.
Dann wieder heimwärts, wo die Matratze zu weich ist, wie ich langsam spüre im Rücken.
Von ZEIT ins Profane konvertiert.
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