Do, 11.01.2018

9:39h

JUSTIN TIMBERLAKE IM INTERVIEW

und Ernst Jünger in diesem Jahr 20 Jahre tot: 17.2.1998.

Erst als es dämmerte, gestern, das Licht schon zur Dunkelheit hin sich streute, verließ ich das Haus so richtig, zum Buchhändler hin. Mit Vorsicht muss ich ihn berühren, seit der Herzoperation führen blutgerinnende Medis dazu, dass er überall am Körper Hämatome hat. Man muss ihn nur mit dem Finger anstupsen. Im Café Fromme neben uns, eine sehr interessant aussehende junge Frau, Typ große Italienerin, mit einem deutschen Bürschchen so an ihr klebend, Typ Florian oder Fabian (Sorry, guys). Als sie rausgehen, halten sie Hähnchen. “Das geht nicht”, sage ich zum Buchhändler, und er sagt “Die schießt den bald eh ab”. Niemand aß Törtchen.

Wassermann-Geborene fühlen sich in den Städten Hamburg, Trient und New York wohl.

Dann kam auch schon mein Anwalt in den Buchladen, und seine wunderschöne New Yorker Schwester gleich mit. Sie sagt, wenn man aus Deutschland kommt, kommen einem sogar die New Yorker superfreundlich vor, haha. Freude und gute Laune kam auf, doch dann musste ich Anwalt und Anemone ziehen lassen.

Roter leuchtender Ring in der Finsternis, wenige Zentimeter über dem Asphalt nervös umher schwirrend: es ist ein winziges Hündchen beim Ausgang. Jedes Mal frage ich mich aufs Neue: was ist das denn da?
Und dann ein Werk der ewig produzierenden, großen Welt-Bild-Maschine: der rote Leuchtring, dahinter die nasse Straße, Stadt und Winternacht, vom Lichtschein einer ARAL Tankstelle aralblau und kühl erhellt.

16:51h

TIME’S UP XTRAVAGANZZA

Justin Timberlake im nullhaften Kuschel-Interview (Überschrift: “Ich liebe teure Mode”) mit der Süddeutschen: er spielt einen schnuckeligen Bademeister im neuen Film von Woody Allen, dem wiederum anderweitig, und sozusagen auf völlig anderem LEVEL, von der Regisseurin/Schauspielerin Greta Gerwig im ebenfalls HEUTE im The Guardian zu lesenden Interview wiederum so begegnet wird: “If I had known then what I know now, I would not have acted in the film (To Rome With Love, 2012).” (Frage: was GENAU gewusst?)
Bei Timberlake also kein Wort über die Tatsache, was der Name Woody Allen in Hollywood grade, seit ein paar Monaten, aber verstärkt durch die Sache Weinstein, bedeutet – Mißhandlungsvorwürfe von familiärer Seite (Dylan Farrow) – sondern lockerer Talk über die “Legende” (Timberlake) Woody Allen, während gleichzeitig Frau Gerwig eben genau diese Zusammenarbeit mit Allen von vor 5 Jahren als großen persönlichen Fehler eingesteht: “I have not worked for him again, and I will not work for him again.” Sonntag noch sah man Justin Timberlake bei den Golden Globes einen TIME’S UP Pin tragen. Auch interessant. Hab mich einfach sehr gefreut, das heute alles nahezu gleichzeitig lesen zu dürfen. Das Poetische heisst Sammeln. Alles passiert gleichzeitig. Amen.

Schreibe einen Kommentar