Mi, 18.07.2018

LOVE GROWS IN A MANGO TREE

– Abends das Licht fährt ne ganz harte weiche Welle

Und Ich zu Fuß durch den frühen Hitzeabend, dem ein amtlicher Hitzetag vorausgegangen war, der hier Flächen und die Dinge und die Menschen so aufgeladen hat mit Wärme und Energie – wo jetzt jeder selber klarkommen muss, wie er mit der umgeht – durch die Altstadt zum Rathaus, Verleihung der Stipendien etc, in der Piazetta, da saß man unter der großen Scherbe von Hann Trier, meterstark und bunt, und ächzte. Ist das Adenauer-Porträt eigentlich von Bernard Buffet? Es sah von meinem Platz danach aus, und wie ich da dachte: gleich gehste mal hin und machst ein Foto, da hatte ich es wenig später auch schon wieder komplett vergessen.

Zuviel gleichzeitig – oder zuviel vom Gleichen?

Die armen Stipendiaten mussten dieses Jahr sog. Video-Porträts, zur “kurzen Vorstellung”, im Stile des Bachmann-Preises ungefähr, über sich ergehen lassen, die Armen, echt, aber sie haben’s alle ganz gut gemacht und kommen sympathisch und gut normal rüber, ohne dieses Gespreize des Ichs ins Unendliche und ohne diese fast schon aggressive media savvy, die heute so viele drin haben und die man natürlich auch bewundern kann, aber die auch so ganz profan nervt in der Häufung. OPTISCHES ZEITALTER

In den Argonauten (M.Plessner): “Sie überließ ihm die Gesprächsführung, widersprach selten und nur in Form einer Frage, lachte über Witze, die sie längst kannte, und bewunderte ihn sichtlich uneingeschränkt: kein Vorbild für Feministinnen.” Plessner über Hannah Arendt und Heinrich Blücher.

Dazu fällt mir, quasi dem hinzufügend, ein, diese eine Stelle im Interview von Arendt mit Günter Gaus, wo sie sinngemäß sagt: es stehe einer Frau nicht, sei nicht schicklich, wenn sie Befehle erteile (und sie weiterhin ihre weiblichen Qualitäten behalten wolle) – heute können wir Frau Arendt zu dieser komplexen ästhetischen Empfindung nicht mehr befragen, und ich denke: Gott sei Dank

Zu verschenken:
Betonrohre

In der Bibliothek im Ludwig bisschen gearbeitet, danach vor Ort bisschen in den Briefen von George Grosz gelesen. Briefe natürlich AUCH Zeichnungen, wunderschön, komplex, und ein unforgiving Strich

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