Di, 14.08.2018

THE SEX WAS SAD, MY COCK WAS CRYING

Hier ist Rolf Hochhut

Regen, erste Herbstsimulationen, veränderte Gerüche, die Krusten, die die Hitze formte, weggespült und verdampft.

Email von Fr. von Bismarck, Thema E. Friedberger, ich machte parallel Youtube auf, hörte wieder, und wie sagte Iggy Pop über Eleanor: she puts you in a place. Danach zum Mittagessen mit dem Buchhändler, Oehlen/Kippenberger: Gedichte, scheckkartengroß, signiert von beiden, leider nicht meins. Dafür jetzt meins: Nackte Erscheinung, Octavio Paz über Duchamp. 

Vorgestern Nacht “Kuhlenkampffs Schuhe” in der ARD Mediathek. Müde dabei, trotzdem echt sehr berührt, nochmal kurz erinnert: Deutschland. Wie Rosenthal in dieser Talkshow seine Geschichte erzählt, wie er sich versteckte, mit seiner sanften Art, hart, grausam, Menschen, Deutschland – hart. Das noch Härtere ist, daß Fr. Schilling mit diesem Film wahrscheinlich die Story von Millionen deutschen Familien mal so eben entlang dieses aus heutiger Sicht fast unerträglich biederen und harmlosen content erzählt, der natürlich kein content war, sondern vor allem: Gefühl. Eine Schonung, ein Ablenkungsmanöver, ein dezent hypnotisches Geräusch, wie eine Waschmaschine, durch Wände hindurch abgedämpft, das warme Rauschen einer Spülmaschine. Frau Schilling ist fünf Jahre älter als meine Mutter. Der Vater meiner Mutter verlor im Krieg einen Unterschenkel, war in russischer Kriegsgefangenschaft. Soldatenbilder gibt es nur wenige.

Mit Anwalt im Kino, Mission Impossible 6, in den Feuilletons stand, es sei der “beste Film der Reihe”. Realität ist leider: der Film ist sterbenszäh und langweilig. Dann lieber die Jan Ullrich Story haha. FARTHOUSE

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