Fr, 15.02.2019

ICH SCHON

Wenn der Tag nicht lang, aber HELL ist – wie O. neulich mal im Zuge einer Unterhaltung über das Gelebe einerseits und das Gelöse akuter Probleme der Malerei andererseits…

Menschen, sie spüren ja eben nicht jeder für sich, allein, einzeln, wie die Tage heller werden, wie sie sich jetzt schon dem Frühling deutlich hin neigen, sie spüren es alle zusammen in der Kultur, dachte ich gestern, wie in einem dieser Blockbuster Katastrophenfilme immer ein Schwarm von Vögeln oder eine Herde von Pferden extrem unruhig und aufgescheucht von VORAHNUNG über so eine Koppel hastet….

Dementsprechend, ich bleibe bei den Tieren, sitzen die Menschen mit einer angedeuteten Glückseligkeit in den von Sonnenlicht penetrierten Cafes herum, wie man sich wohl Kühe zutiefst zufrieden grasend auf jüngst ergrünten Anhöhen…usw.
Und da es da nichts anderes gab, musste ich in der ZEIT lesen, wo Rauterberg irgendwie über das Toxische und Virale freestylte, was ich bisschen piefig und unoriginell fand, aber okay. Schlinkbernhard, paar Seiten weiter:

“Verantwortung als Liebhaberei hat mit der primären Verantwortung, die den Rollen gilt, die Menschen in der Gesellschaft primär spielen, ebenso wenig zu tun wie Tennis oder Urlaub.”

Später fror ich bei 14 Grad.

Thomas Bernhard. Muss ich (gelesen) hören, um mir so richtig gut und klar vorstellen zu können, was er für einen FUN gehabt haben muss, beim Schreiben. Das ist richtig albern, er schraubts einem richtig rein. Wie ich da hinterm Steuer des Autos saß, und Bernhards Text mir so entgegen kam, das fand ich richtig gut und ich dachte: da könnt man nochmal ganz neu anfangen mit, wenn man es mir SO darreicht. 

Aus dem Treppenhaus kommen jetzt Putzgeräusche.

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