FRAGEN DER ETHIK AUF ÖKONOMISCH ERSCHÖPFTER LANDSCHAFT, Öl auf kuwaitischem Sand, 2019
Und die Trennung von Tag und Nacht wurde klarer, die Kanten schärfer, wenn die Sonne erst mal verschwunden war am Himmel. Kälte am Abend, Kälte in der Nacht. Tagsüber wird einem die warme Wange hingehalten, besonders flimmerte hier Blau am Himmel dem Endsommer entgegen. Wie sagt man so verkürzt: SCHÖN! – und schön nah und fühlbar war auch der Herbst, in diesem Moment, im Aufzeichnungscenter “Zum weißen Höschen”.
Was war also geschehen in den letzten Tagen der Republik? Alles zusammengepresst wie ein Klumpen Zucker oder was? Jetzt, hier, am Tisch bei offenem Fenster, kommt ein an eine Masse gerichtetes, kreischendes Moderieren von der anderen Rheinseite herüber geweht, von den Rotorblättern kreisender Helikopter zerhackt.
B. schrieb mir eine SMS, unter Eindruck der weltweiten Klima-Demonstrationen: klimamässig gut und fundiert informiert, konnte man jedoch auch beobachten, wie einige Redebeiträge aus der MASSE heraus die Klimaproteste quasi kausal in Verbindung mit Anti-Sexismus, Anti-Rassismus und Gendergerechtigkeit brächten (”Mit jeder Dürre nimmt der Sexismus zu”), wodurch ein merkwürdig schiefer Eindruck bei ihm, B., entstanden sei, das vor allem die weiße Mittelklasse sich einen Hang zu atemberaubender Monokausalität und Diskurs-Schablonen nachsagen lassen müsse usw. Und da zogen düstere Wolken auf… und wie sich da so einiges Richtiges, aber naturrrrgemäß auch unglaublich Falsches vor der Kulisse der zeitbasierten Debatten ausrollte, da… wurden die Wolken noch düsterer.
Achso, und eine Ausstellung habe ich auch eröffnet, das lief angenehm. Später an diesem Freitagabend, dusk had set, sah man die Leute gutgelaunt und entspannt sich miteinander unterhalten, so friedlich, dass sogar die Ratten immer mal wieder die Nähe zu uns Menschen suchten, unzählige flinke Ratten, und war nicht das unsere Future, zusammen mit den Tieren?
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