MERKUR IM AUGUST
07:58h. Vor einem Jahr: Atelier Bouchestraße, die sich türmende Hitze dort, die Ratte, die mir fast ins Gesicht gesprungen wäre, die Sonne, die hinter dem Baukran unterging, der Geruch von Wasser, das auf erhitzten Beton gespritzt wird, die Einschusslöcher in Kopfhöhe in der Wand im Innenhof, und die große Kastanie in der Mitte, die Gesichter der Hunde, die vor dem Edeka angeleint sind, die braunen Radiatoren im Treppenhaus wie klobige Raumschiffe eines Set-Designs aus den 70er Jahren, das grüne Linoleum, die Fruchtfliegen….
Mittwoch Boule gespielt bis in die Dämmerung hinein. Fiel dabei ein, wie viel mehr man draußen war, als noch JUGEND und ADOLESZENZ war.
Der Buchhändler erzählt, mein Ex-Chef und Prof sei da gewesen, habe nach mir gefragt, sogar gesagt, er würde sich “Sorgen machen”? Ahja, denn neulich hat er doch noch gesagt, um mich “müsse man sich keine Sorgen machen”. Was denn nun?
Die beiden Kataloge (Blake/Basquiat) will ich zu Geld machen, weg damit. Danach einen Campari-O bei Babak und Amin, über die Sache mit Özil und den Almans. Auf den Straßen überall kleine Ärsche, die aus winzigen Hotpants herausschauen, oder Pflanzen, die aus Fugen und Spalten herauswachsen.
Kurt Scheel verstorben, Passig-Text über Scheel. Weiter bei Thomas Melle, Lust, den letzten Knausgard-Mein Kampf-Band zu lesen (bisher nur den zweiten Band gelesen. Das erste Buch, das ich komplett auf dem Computer gelesen habe.)
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