Extrem gut riechender Regen fällt im Lot aus einer grauen, allumspannenden Zeltplane herab, auch auf den Sarg Helmut Kohls.
Auf dem Handlauf meiner Feuertreppe sitzt eine Taube, ihr Schnabel ist rot und auffallend orange gefärbt, Minuten später sehe ich sie von einer anderen Taube sexuell bedrängt in einem Bambus abhängen. Gestern schon sah ich zwei Tauben sich weit oben im Geäst einer Eiche flügelschlagend balzen, es scheint mating season zu sein.
Weil die Augen von Laurel Halo so schön grün sind und ihre Zähne so erotisierend, klicke ich auf den Link zur taz-Besprechung der neuen Platte, Dust, und da war leider nach fünf Zeilen sofort wieder klar: Deutsche Zeitungen können Musik nicht. Keine. Warum eigentlich? Kein panache, kaum idiosynkratische Zugänge, verlängert in Worten, nur mattes Schablonieren, nuttiger Umgang mit Nullplätzen, starr, brutal langweilig. “Sie können es einfach nicht”, würde Rudolf Augstein sagen, im Bademantel auf dem Bett eines – sagen wir – Bonner Hotels liegend. Nein, auch Tobias Rüther nicht, Entschuldigung. The Pop needs a jolt, ihr Nasen.
In anderen Textbereichen: ein riesiges Gewese um den Text eines Johannes Gabriel (ein Pseudonym, wie jetzt klar ist) in der “Fremde Federn” Rubrik der FAZ (“Schwule und Lesben aller Länder: Besinnt euch!”), Thema Ehe für alle. Stefan Niggemeier, ich las eine Twittermeldung dahingehend, schien für seine Verhältnisse extrem aufgebracht, er schrieb von “brutaler Homosexuellenverachtung” und ich war so neugierig geworden, daß ich beschloss, den Text n i c h t zu lesen. Friedlich schlief ich ein.
Gestern Ganzkörpermüdigkeit, pomadige Knie, extreme Fliehkräfte im Schädel. Vom neuen Atelier kann ich nicht sprechen, noch zu frustrierend. G.L.O.W. ein großer, zärtlicher Spaß.
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