Donnerstag, 8. Juni 2017

…Und
hieße nicht, das verstehen zu wollen, dass man sich eben doch noch
einmal, wie für eine Übung in Gegenhysterie, vermehrt und mit einer
gewissen grausamen Leidenschaft den eigenen Idiosynkrasien widmen
müsste, die da feine Linien der Unerträglichkeit durch die Dingwelt
und ihre Zwischenräume ziehen wie Elemente einer noch zu
etablierenden Wissenschaft vom Wunden Punkt?
– P.W., 7.6.2017

Durch den dunklen Abendhimmel, das peitschende Knallen von zwei Warnschüssen, abgefeuert von einem Polizisten, der von Drogentypen am Ebertplatz bedrängt wird. 

Kalt geworden ist die Juni-Luft und grassiert als Wind böig durch Straßen, Felder und thighgaps. Auf der Ehrenstraße, einem der größten Zucht- und Mastbetriebe für konsumistisches Elend in Saisonfarben, schwärmen gebräunte und saturierte Gesichtgeschwader, aufgeschraubt auf Körper, aus Boutiquen-Eingängen aus. Es sind dies die Schleusen zur Vorhölle. Gibt es menschliches Leben hier? Normalität. Auch hier wieder ein vieltafeliges Klappbild zur KRISE DES MANNES: er weiß nicht, was er anziehen soll, er weiß nicht, wie er gehen soll, aber das mit Aplomb. Und ich bin um die Ecke und baue eine Ausstellung auf, und beneide jede dieser Kreaturen um ihr exemplarisches Nutzsignal.

Hey Welt, warum so wund gelegen?

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