0909h: Regen, Poster-Herbst. Bald wieder in den Charts: der deutsche Laubbläser-Smasher.
Stilleben: Leuchtweste vor feuchtem Laub, im Stile Morandis.
Jetzt müsste es eigentlich diese Zeit sein, über die ich vor Wochen in der Sonntagszeitung gelesen hatte: bis in den Dezember hinein, bei Dräuen des Sonnenuntergangs, fallen Millionen von Flughunden über Bananen- und Mangostauden des Kasanka Nationalparks im Norden Sambias her, und fressen sich an den Früchten satt, bis nichts mehr da ist. Jeden Abend sieht man die Flughunde zuerst als schwarze Silhouetten durch einen Abendhimmel aus Rosa, Violett und Orange herannahen. Die Luft vibriert von Millionen Flügelschlägen. Dem Artikel stand ein wunderschönes Foto bei, das eben kein Agenturfoto war, sondern vom Autor selbst aufgenommen: abendglühende Pastellschichten, staubig umsäumt und geschichtet, wie ein fucking Zuckerbäckertraum, von Zapfen und Stäbchen der Netzhaut erfasst.
Im Laden gestern eine süße holländische Familie: Frau, Mann, Tochter. Sehr nett und ruhig, die Tochter vielleicht 16, 17, 18, und so hübsch, so süß auf ihre spezielle Art, wie sie unverkrampft mit ihren Eltern, wie sie da konzentriert Platten suchte, mit braunem Pony und der schwarzen Brille darunter. Als sie dann einmal zielsicher Eric Dolphy’s “Out to lunch” aus dem Fach zog, um sie dem Vater zu zeigen, da wusste ich: das ist ein besonderes Mädchen. Was sie wohl mal für ein Leben führen wird? Ich muss das jetzt so hinschreiben, weil in ein paar Tagen werde ich sie wieder vergessen haben. Also Mädchen, achte auf Dich.
Vielleicht bin ich der Typ “Alleinerziehender Vater”? Was weiß ich, weiter geht’s –
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