Freitag, 19. August 2016

Gestern besucht mich Lennard wieder im Atelier. Ich glaube, er besucht mich gerne dort. Wie ein neugieriger Nager lugt er durch die Tür. Es ist dieser erste, kurze Moment, bevor man die Aufregung – sozusagen – übertritt… dann grinst er boyish mit seiner Kinderbräune und erzählt schon vom Katamaran-Unfall auf dem Bodensee, den er erlebt hat. Später sagt er, er glaube, Geld sei nichts wert. Dann zeichnen wir Zigaretten, zwischen zwei Fingern gehalten. Zum Schluss macht er ein Lenin Porträt. Lennard ist sieben, und ich denke, Zigaretten und Lenin sind gute Themen für einen Siebenjährigen. Kuchen will er diesmal nicht, dafür eine Tüte Haribo Fantasia und eine Orangenlimonade. Lennard und ich müssen eine gemeinsame Zeichnung signieren, und ich frage ihn, ob er schon eine Unterschrift hat. Er sagt ja, es ist ein zusammengeschriebenes “Le”, und er schreibt es mir hin. Es sieht richtig gut aus, aber auch ein bisschen wie ein winziger Po, sage ich ihm, und da lacht er und sagt: stimmt.

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