Mittwoch, 27. April 2016

Play with real atoms!” (FAZ, 27.4.’16, Natur und Wissenschaft, Seite 1)

Im Craquelé des Kielwassers der Schiffe ist keine Spiegelung zu sehen, nur braungraue matte Furchen sieht man aufschlagen, die dunkle Seite des Wassers. Ein fließendes Gewand aus stumpfem und blindem Silber. Durch den starken Regen und die Strömung brandet Flusskies über den Grund. Wie ein loser Rechen durchfährt er die Sohle, wirbelt Erde auf und zerstäubt sie, und der Fluss färbt sich wie Schlamm. Was auch immer auf den Grund gesunken war, wird umströmt, wird abgerieben, wird geschliffen, wird über Jahre hinweg aufgerichtet. Manchmal schlitzen durch Wasser bewegte Anker den Rumpf eines Schiffes auf. 

Bekomme über einen Email-Verteiler eine Einladung zu einer Ausstellung: Anrede “Hi” – ungelesen gelöscht. Freude, auch Mitleid. Diese formelle Schlaffheit raubt einem manchmal den Atem. Sortieren sich selbst aus. Darum dann doch: Freude.

Prince ist gestorben und es stimmt, daß es manchmal im April schneit.

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