Freitag, 18. September 2015

Wenn Licht und Geräusche und der Geruch, den der Asphalt ausströmt, stimmen, dann weiß ich wieder, hier bin ich aufgewachsen, zur Grundschule gegangen, hab erste ungelenke Bewegungen gemacht, um herauszufinden, ob das eine Mädchen mich genauso gut findet, wie ich sie, schließ mich irgendwelchen Cliquen an, oder tauchte zumindest ab und zu mal auf. 

Der Gewissheit, dass es gut war, dort wegzugehen, mischt sich jetzt ein merkwürdiges, eher unkritisches Bild von Friedlichkeit bei. Ich gehe an Häusern vorbei, die ich ewig kenne, aber jetzt fällt mir auf, dass die Besitzer ausgebaut haben, Dachgeschosse erweitert, Wintergärten, und ich denke: ja klar, das geht, man kann das alles immer verändern, auch nach all den Jahren, in denen man dachte, was soll denn da noch kommen? 

Es ist ruhig hier, wahnsinnig ruhig, ich höre wirklich nur den Luftstoss und ein paar Grillen, selbst die Autos schleichen nur, oder ich füge mir das so zusammen. Die Palme, die Herr Hartmann, falls er noch dort wohnt, schon immer vor seiner Tür hatte, habe ich ganz vergessen, und ich bin überrascht, eine zu sehen. 

Neuere Häuser, selbst wenn nach hinten versetzt, fallen sofort auf ob ihrer Architektur und Farbgebung, und die, die damals schon standen, sehen aus, wie ich sie damals sah. Ob ich für die Leute hier, jetzt, mit meiner schwarzen Laptoptasche in der Hand und der kleinen Reisetasche über der Schulter aussehe, wie Jemand, der nach Häusern zum Einbrechen Ausschau hält? 

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