MUTIGE STUTTGARTER HALTEN DAGEGEN
12:09h. Regen und 7 Grad, und so sieht der Tag auch aus.
In der FAS, auf PAPIER, der schöne Text von Florentine Fritzen über TEXTE: wie wird auf Papier gelesen, wie auf dem Bildschirm, und wie nimmt das Gehirn diese Texte auf, wie liest MAN solche Texte?
15:21h. Marc sendete das erweiterte Manuskript, während ich im Café saß, zwischen Menschen, die ich altersmässig nicht richtig einschätzen konnte, 25? 30?, dann holte einer von den bärtigen Jungmännern mit Turnschuhen aus einem ausserhalb des Sichtfelds abgestellten Kinderwagen ein schlafendes Baby heraus, und ich dachte: achso, doch schon. Doch schon was? Doch schon älter, doch schon VATER? Doch schon so festgelegt?
Eine blonde junge Frau, die eben schon weg war, kam wieder rein, weil es wieder zu regnen begann, holte ein Buch raus, Ist das Liebe oder kann das weg?
Das habe ich jetzt mal, einfach aus Neugierde, gegoogelt:
Ist das Liebe, oder kann das weg? Buch von Michael Nast
Beschreibung: Wie endet wohl ein Date mit einer Frau, die Sandy heißt? Wie können ein quietschendes Bett und lärmempfindliche Nachbarn eine Beziehung zerrütten? Wie sieht die Rache einer Frau in Zeiten von Facebook aus? … Google Books Datum der Erstveröffentlichung: 11. April 2014
Autor: Michael Nast
Genres: Humor, Selbsthilfeliteratur
Achso, wegen HUMOR: Freitag kam ich gerade die Treppe bei O. hoch, da las W. das große Interview mit Julian Schnabel vor, im Magazin der SZ – anscheinend IHR zuverlässiger Partner, wenn es um nicht so gute Interviews geht haha
In Sachen Stumpfsinnspotential und Redundanz sind Interviews mit Künstlern (meistens) nicht so weit entfernt von denen mit Sportlern, vielleicht insgesamt lustiger, weil wahnsinniger, ambivalenter. Da in der SZ waren die Fragen schon – in the first place – so flach angelegt, das nichts wirklich Interessantes herauskommen kann. Das war ja neulich schon bei Pettibon so, oder war das im ZEIT-Magazin? Wohlmöglich liegt es auch am AMT DES KÜNSTLERS, kann dann verstehen, dass man als Schnabeljulian diese natürlich trotzdem peinlichen Ultra-Prätenziosen rauspumpt, vielleicht um einfach ein bisschen Leben in die Sache zu bringen, paar Knalleffekte setzen. Irgendwie auch rührend diese Mischung aus durch Erfolg gewachsener (männlicher?) Überaffirmation und diesem amerikanischem Just-do-it Ding. Wenn Künstler dann auch noch von ihren Träumen anfangen, dann ist’s für mich ganz aus. Da würde ich fast sagen: müsstest alle viel mehr Drogen nehmen, die euch die Träume ersparen, dann wird vielleicht die Kunst auch besser, echt besser.