• Fr, 02.02.2018

    VOM BÜHNENLICHT ZUM ERFOLG GETRAGEN oder: 
    ICH TRÄUM’ HIER IM BETT VON CHEROKEE RED

    09:51h

    Aasig und feucht der Morgen, graue Dünen hängen umgedreht im Äther. Gut und tief war der Schlaf. Heute spiel ich Euro-Lotto, da muss ich selber lachen. Stimmt aber. EINSZUFÜNFUNDNEUNZIGMILLIONEN

    mission completed. Diese Übersicht! 

    Die Heizung im neuen Atelier gibt Vollgas, I like that. Vertrautheit zieht ein durch den Duft von Lösungsmitteln. Piet, der Lastentaxi-Mann, erzählt mir, er habe einen Tumor in der Blase. Rosenmontag beginnt seine Therapie. Er lacht dabei, verlegen, aufrichtig, und ich lächle auch, und wir beide denken vielleicht das gleiche Wort dabei: Verzweiflung. Der Mittagshimmel zu dieser Zeit ist wunderschön, glüht ein bisschen, eher wie ein Anfang, nicht ein Ende. Das Ende aber, das denk ich immer dazu. Ich bin die Sau, die dumme. ELEND.
    Gegen 13 Uhr war der Umzug offiziell beendet. Ich belohnte mich mit Rührei.

    Geil, weil lustig, wie fast alle immer das Gesicht verziehen, wenn ich den Namen Isabell Graw fallen lasse. Ja, ja, ich weiß…! Christian neulich in Berlin. Ich glaube, er jauchzte sogar. 

    Reziprozitätsproblemchen: diese besondere Form von Frechheit ist eben ein Realproblem für das Erleben und Ertragen von Menschen wie Frau Graw, die sich einerseits akademisch seit Jahrzehnten mit etwas beschäftigen und zweitens den Öffentlich-Reden-Sound, dieses völlig selbstverständliche Präsentieren der durch Text in Form und Existenz gegebenen Erkenntnisse/Idenn/KRITIK….blabla.
    – “wie ich es an anderer Stelle im Hinblick auf die Bilder von Martin Kippenberger entwickelt habe.” Entschuldigung, da haut’s mich kurz raus. Warum macht sie denn sowas Männliches da? Das kommt so stumpf. Ist das einfach das Game?

  • Do, 01.02.2018

    QUALITATIV IN EINE ASPHALTPERFORMANCE ÜBERFÜHRT WERDEN

    18:21h

    Eine neue Kälte am Frühabend, als das Dunkel kontinuierlich in den Tag rinnt wie Tinte. Die kahlen und dürren Bäume benetzt, ein kühler Atem ist zurück. Heute Vormittag, als ich zum letzten Transport meiner Sachen ins neue Atelier über die Zoobrücke fuhr: ein russischer Himmel, kaltest blau, aufgeschichtet auf einem weißen, schimmernden Dunst über meinem Coby County. Neben mir ein Bitumen aufkochender Wagen der Straßenbauer, ganz in spiegelblankem Aluminium verkleidet, in dem sich der Winterhimmel verlängert und sein Blau verdoppelt. Darum Russland.

    Eine Frau dürfe nicht in den Spiegel schauen, wenn sie menstruiert, schwanger ist oder gerade geboren hat, denn in dieser Zeit sehe sie ihr offenes Grab (Wikipedia)

    Zum ersten Mal in meinem Leben bemerkt: Die “hohen Butterpreise”! Ich lebe also. Für meine 250g gesalzene Butter habe ich heute 2,19 EUR bezahlt. Sonst 1,79 EUR, mein’ ich.

    Erfordernisse des Augenblicks

  • So, 28.01.2018

    IT CAN BE DONE BUT ONLY I CAN DO IT/
    LÄUTET BIS AUF WEITERES NICHT

    An der Klippe KW4, diese schlaffen Morgenhimmel der letzten Tage, ohne Regung, glatte Flächen. Gestern dafür, um 17:03h, war da noch kräftige Helligkeit gewesen, Blau hielt stand, die Tage melden erste Expansionsgedanken an, und der Griff der Nacht scheint allmählich schwächer. 

    Du musst zeichnen, Junge

    Basquiat, Das zeichnerische Werk, Kestnergesellschaft, 1989

    Nochmal bei Mark E. Smith. Fast unmöglich, ihn durchweg zu verstehen in den Interviews, die ich auf Youtube finde, seine Sätze sacken so weg, ich krieg die Pointen nicht mit, aber alle lachen, und ich auch. Ähnlich hart war es vor vielen Jahren, als ich The Zutons interviewte in ihrem Tourbus. Liverpudlians. Noch nie gehört sowas vorher. Die kleine Saxofonistin.

    Schon wieder 11:11h und ich schaue auf die Uhr genau dann. Frühwarnungen des herannahenden Straßenkarnevals.

    Bei Spacehall auf der Zossener Straße musste ich Montag diese Omar S Maxi kaufen, einfach, weil es nicht sein kann, daß man keine Omar S Platte hat. Die Kickdrum wie die Bordsteinkante.

    11:56h

    Gomringer weiß ich nichts drüber und möchte mit diesem Deutschland2018-Elend auch nichts zu tun haben Danke

    17:54h

    Fast Sechse, und immer noch ETWAS Licht im sich tief zur Nachtbläue hin absenkenden Himmel. Bald kommt ein “Höhentrog”, sagen die Meteorologen, und alle so: aha ok

    Kaum geparkt vor dem Atelier zum Einladen, werd ich schon “DA können Sie aber nicht stehen bleiben”-mässig gemaßregelt. Standardsatz aus dem Deutscher-Blockwart-Repertoire, der mich natürlich selbst, das ist ja das Ekelhafte, direkt anstachelt und geil macht. Ich kann mich aber verbal beherrschen, und bitte den Herrn, vielleicht doch erst mal kurz durchzuatmen, mich zu fragen vorher, was ich eigentlich da wolle (”Ach einladen! Ihr Atelier direkt hier? Na dann”), dann kann er mich ja immernoch vollkoten mit seinem Zeug. Jesus fucking Christ, The Cramps