VOM BÜHNENLICHT ZUM ERFOLG GETRAGEN oder:
ICH TRÄUM’ HIER IM BETT VON CHEROKEE RED
09:51h
Aasig und feucht der Morgen, graue Dünen hängen umgedreht im Äther. Gut und tief war der Schlaf. Heute spiel ich Euro-Lotto, da muss ich selber lachen. Stimmt aber. EINSZUFÜNFUNDNEUNZIGMILLIONEN
mission completed. Diese Übersicht!
Die Heizung im neuen Atelier gibt Vollgas, I like that. Vertrautheit zieht ein durch den Duft von Lösungsmitteln. Piet, der Lastentaxi-Mann, erzählt mir, er habe einen Tumor in der Blase. Rosenmontag beginnt seine Therapie. Er lacht dabei, verlegen, aufrichtig, und ich lächle auch, und wir beide denken vielleicht das gleiche Wort dabei: Verzweiflung. Der Mittagshimmel zu dieser Zeit ist wunderschön, glüht ein bisschen, eher wie ein Anfang, nicht ein Ende. Das Ende aber, das denk ich immer dazu. Ich bin die Sau, die dumme. ELEND.
Gegen 13 Uhr war der Umzug offiziell beendet. Ich belohnte mich mit Rührei.
Geil, weil lustig, wie fast alle immer das Gesicht verziehen, wenn ich den Namen Isabell Graw fallen lasse. Ja, ja, ich weiß…! Christian neulich in Berlin. Ich glaube, er jauchzte sogar.
Reziprozitätsproblemchen: diese besondere Form von Frechheit ist eben ein Realproblem für das Erleben und Ertragen von Menschen wie Frau Graw, die sich einerseits akademisch seit Jahrzehnten mit etwas beschäftigen und zweitens den Öffentlich-Reden-Sound, dieses völlig selbstverständliche Präsentieren der durch Text in Form und Existenz gegebenen Erkenntnisse/Idenn/KRITIK….blabla.
– “wie ich es an anderer Stelle im Hinblick auf die Bilder von Martin Kippenberger entwickelt habe.” Entschuldigung, da haut’s mich kurz raus. Warum macht sie denn sowas Männliches da? Das kommt so stumpf. Ist das einfach das Game?