• Donnerstag, 30. Juli 2015

    Warum mich alte Kontoauszüge, die ich jetzt alle bündelweise wegschmeisse, so beunruhigen und fast zum Weinen bringen: nicht, weil sie anzeigen, WIE wenig Geld ich damals hatte. Es sind diese nackten und klaren Zahlen und Buchstaben, die, obwohl sie fast alles nur abkürzen und andeuten, ein klares und genaues Bild von dem Leben geben, das man geführt hat, Mengen, Größen, Jahre, Orte, Verzweiflung und Wiederholung.

  • Donnerstag, 23. Juli 2015

    Massage, Heilpraktiker 

    Hinten durch, auf dem Boden, eine große Klangschale, ungefähr 50 cm im Durchmesser, darin ein Klöppel mit einem großen runden und weichen Kopf, dann ziehe ich mich bis auf die Unterhose aus und er schaut mich an, wie ich dastehe, ob ich krumm stehe, aber er kann “nichts sehen”.

    Lege mich hin, habe, wie ich hinterher merke, fast durchweg die Augen geschlossen und er geht eher sachte vor, ich hatte mich schon auf Schmerzen gefreut, auf Schmerzen als Segnung eines gesunden Körpers. Ich zucke und ächze und grinse, wenn er auf diese eine Stelle am Arsch lokal Druck ausübt, um mir klarzumachen, dass das baufällig ist. Mein linkes Bein macht auf stur, es krampft gegen die Welt an und findet, dann doch, nach einer Stunde, Ruhe. Er sagt, meine Bauchatmung sei gut. In dem Moment oder generell?

  • Mittwoch, 15. Juli 2015

    Während Google Analytics aus mir ein 17jähriges Mädchen aus Südamerika macht, wird auf den Fluren an die Wahrung des Anscheins geglaubt, ziehen peoples mit der eiskalten Cola light auch ein Begehren aus dem Automaten. Mit gutem Gewissen – die Coke kühlt von Innen – und im Gehen werden Hallos und Heys verteilt, während der ganze anamorphe Zirkus auf den Spiegelflächen abgeht, an denen sich Identitäten dickfressen, aber warum platzt hier keiner mehr? Ich würde die Sauerei gerne wegmachen.