Montag, 14. März 2016

Lucy von den Peanuts ist ein besonderes Mädchen für mich. Ich finde, ihr krawalliger Ruf ist nicht richtig, bzw. nur die halbe Wahrheit. Es gehört zu meinen Lieblingsmomenten bei den Peanuts, wenn Lucy ihren kleinen Stand aufgebaut hat und für 5 Cent “psychiatric help” anbietet. Wo normalerweise “fresh lemonade” steht, hat Lucy ein Schild angebracht, das von der Ab- oder Anwesenheit des behandelnden Arztes, also Lucy selbst, zeugt: THE DOCTOR IS IN. Ich liebe diesen Satz: the doctor is in. In vier Worten ein Amalgam aus Fortschritt, Hoffnung und Zivilisation. In “A Charlie Brown Christmas” steht auf dem Schild sogar: THE DOCTOR IS REAL IN

Meistens hat sie ihr schwarzhaariges, eigenwilliges Köpfchen etwas gelangweilt auf ihr kleines Ärmchen gelehnt und schaut trüben Blickes etwaigen Patienten entgegen. Vielleicht träumt sie auch von Schroeder. Dann, wenn jemand 5 Cent in ihre Bezahldose getan hat (”I must ask that you pay in advance, 5 Cent please!”), ist sie ganz verzaubert vom Geräusch des Geldstücks… während sie ihre Diagnose erstellt, schließt sie manchmal ihre Augen, was ihr eine schulmedizinische Erhabenheit verleiht und ihre Diagnose glaubwürdig und fundiert macht (”Are you afraid of staircases?”). Für mich jedenfalls. Ich liebe es natürlich auch, wenn sie mit Charlie Brown Baseball spielt und dabei ihre Baseballkappe trägt. Dass sie im Sport meist versagt, macht sie nur noch niedlicher für mich. In den Ausreden für ihr Versagen kommt ihre rhetorische Brillianz erst richtig zum funkeln.

Nachdem Lucy sich beschwert hat, daß sie an Weihnachten immer doofes Zeug geschenkt bekommt, fragt Charlie Brown sie, was sie sich denn wirklich wünsche. Sie breitet ihre Arme aus und sagt mit ruhiger Stimme: “real estate”

Schreibe einen Kommentar