Donnerstag, 23. Juni 2016

Ich lege die in feine sandbraune Leinen gebundene Ausgabe von Noa Noa links neben mich auf die Bierbank, schaue in den Himmel, der gestern sehr weiß war und heute etwas weniger. Vorne im Buch die Notiz einer Zueignung: Von Deinem Bruder zur Weihnacht 1928. Rechts von mir liegt das iPhone, mit dem Display nach oben, in dem sich die schwankenden Silhouetten der Bambusblätter spiegeln. Der FAZ-Artikel, den ich zuvor darauf gelesen habe, ist von der Natur überdeckt…

“Eines Tages gab ich Jotépha meine Werkzeuge und forderte ihn auf, etwas zu schnitzen. Erstaunt schaute er mich erst an und sagte schlicht und treuherzig, ich sei nicht wie die andern, ich verstände Dinge, zu denen andere Menschen unfähig wären. Ich glaube, Jotépha ist der erste Mensch, der mir das gesagt hat – es war die Sprache des Kindes, denn man muß eins sein, nicht wahr, um zu glauben, daß ein Künstler – ein nützlicher Mensch sei…” Paul Gauguin, Noa Noa, Bruno Cassirer Berlin, 1925. Übersetzt von Luise Wolf 

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