Freitag, 16. September 2016

Drei Japanerinnen, die nicht viel mehr wiegen als die Sperlinge, die einem hier nahe kommen. Ein Dutzend Wespen. Die Japanerinnen fragen mich, ob ich ein Foto machen kann. Ich kann. Sie lassen riesige Frühstücksplatten kommen, dann nehmen sie jeweils ihre kleinen Japanerinnenhände und: klatschen lautlos, die Ehre zu erweisen dem Frühstück. Die Schwarzgekleidete hat ein Notizbuch aufgeschlagen. Auf einmal singen sie, zu dritt, ganz leise, und es sieht so aus, als würden sie, während sie von dem Dutzend Wespen umtost werden, einen Song schreiben, so stellt sich das dar für mich, weil die Schwarzgekleidete in gewissen Abständen diese Notizen macht dabei, es muss so sein. In meinem Schädel wehen Reste von “Utakata No Hibi” von Mariah. Das Kopfschild der Wespen leuchtet wie frische Zitronen. 

Dann falle ich regelrecht aus der Bahn, Gleisdreieck, und stehe mitten in der ABC Messe. Blaue Anzüge und weiße Hemden. Vieles hier ist so, wie es sich mit Berlin generell verhält: wenn man genauer hinsieht, nicht so richtig gut. Aber: Timur Si-Qin.

Die vielen Amerikaner, die zu laut sprechen, machen einen fertig damit, wie sie zu laut sprechen. Jeder Abend birgt das Versprechen der Ruhe, und so siegt der Abend über Amerika.

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