Montag, 7. August 2017

Berlin, 9:03h

Today’s Light Sheriff Calls

Kaum geschlafen in der Nacht zu Sonntag, heute dann wieder pünktlich um 7:22h wach geworden, da lief auch schon die Kreissäge im Nebenhaus hochtourig an. Um 7:33h zog der Wecker nach, und ich trotzdem: jetzt schon? Ah, Montag. Hallo. Sieht so aus, als ginge das bis Ende September so mit der Säge. Dr. von Bismarck, die strenge Ärztin, gibt an, sie habe “45 Schallplatten”. Flirtet sie mit mir? Das darf sie nicht. Wohl gerade DESWEGEN

Zur Kaffeezeit gestern draußen, dort war es mal warm mal kalt. Am Nebentisch eine Frau und ein Mann, sie eine sehr gut gekleidete Greisin, er ein charismatischer, gebräunter Amerikaner mit schwerem New Yorker Akzent. SHOWTIME. Während ich vom Abendessen der Eheleute Plessner bei Gretel und Teddy Adorno lese, bei dem Gershom Scholem die ganze Zeit Traubensaftschorle trank und ordentlich Schwarzwälder Kirsch-Torte aß, kommen von links keywords wie Los Angeles, New York und money herüber geweht. Ein kleiner Rauhaardackel mit grauem Star rennt einem brandneuen Moment entgegen. 

Die Bedienung ist eine kleine Araberin (?) mit frisch gebräunter Haut und dichten Augenbrauen, sehr sexy, Entschuldigung. Ich muss sie immer wieder anschauen. Später fragt noch ein sehr hübsches Zigeuner-Girl in einem schlimmen Chanel-Stretchkleid und mit Ungeduld im Ausdruck nach konkret “50 Cent”. 

In der SZ über Thomas Mann’s Sommerhaus auf der Kuhrischen Nehrung in heuer Litauen. Drei Sommer war er da, ein Riesenzirkus. Außerdem in der SZ von Yavus Baydar über die Türkei: “Kurz nach der Gründung der Republik, also nach der Abschaffung des Kalifats, mussten sich die meisten religiösen Gruppen in den Untergrund zurückziehen. Für ihre Enkel symbolisiert das Wirken der Regierungspartei AKP unter Erdoğan einen kollektiven Racheakt.” Am Giebel des Mann-Hauses: die heidnischen gekreuzten Pferdeköpfe in Niddener Blau.

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