THEY AIN’T MAKIN’ CARPENTERS WHO KNOW WHAT NAILS ARE FOR
Warm, 30 Grad hatte es gestern. Der Geruch von Sonne aufgewärmter Steinböden bis in den Abend.
Diese Rabiatheit von ausgewählten Älteren und Greisen mit ihren Gehschwächen und Rollatoren im ÖPNV, vielleicht bringt das die Wildnis mit sich. Wie sie sich da stumm und asozial einfach reinschneiden in eine Reihe vor der Rolltreppe wartender Menschen, zuerst schräg die eine Rolle reingestellt, dann das Stützgestänge deutsch-autoritär nachgeschoben, ihre Kriegsmaschine, dazu gibt es diesen Seitenblick, with a taste of Vernichtung. Manche fordern in der U-Bahn auch ihre Behinderten-Sitzplätze mit einem Tonfall ein, der schwer in Richtung KZ-Aufseher geht.
Und dann darf man auch noch keine Witze über die machen?
Bei “Zeit für Brot” Piusstraße eine Zwetschgenstreusel bestellt. Die junge Frau sagte “2,90 bitte” und ich gab ihr vier Euro und sagte “geben Sie mir einen zurück, bitte”. Direkt vor der Kasse steht ein großes Glasgefäß, zur Hälfte mit Wasser gefüllt, auf dem Boden liegen allerlei Münzen, “Wunschbrunnen” steht vorne drauf, mit einem Marker draufgeschrieben. Sie wirft die 10 Cent in das Gefäß und sagt in einem aufrichtig fröhlichen Singsang zu mir: “Jetzt was wünschen”.
Ich nahm den Teller mit dem Streusel, und konnte sie dabei nicht ansehen, sonst hätte ich was sagen müssen.
M. schreibt mir, der verstorbene Journalist aus dem Hambacher Forst gestern, war ein Kommilitone von ihm, hier aus Köln. 15 Meter in die Tiefe gefallen. Die Unmöglichkeit, sich so einen Fall vorzustellen.
Wir halten viel
von Deutschland
Baudelaire, lese ich bei Knausgard, habe von dem “Mut” geschrieben, den man brauche, um jedes Mal wieder über die “Schwelle” zum Schlaf zu treten. Leuchtet mir sofort ein, denn ich denk’ oft: werde ich wieder aufwachen? und wenn nicht, würde ich es merken?
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