FRÜHLINGSSONNE FÄLLT AUF DIE SMOTHERBOX
Im Currywurstbuden-Franchise. Da werden völlig überdrehte Endlos-Sets von Billig-House-Music über die eintönigen Arbeitsabläufe der durch beschriftete Arbeitstextilien noch zusätzlich erniedrigten Mitarbeiter (”Ich bin Weltmeister”) in die Eck-Immobilie gepumpt. Geisteskranker Lärm wie in diesen Prollboutiquen auf der Ehrenstraße, fällt einem aber erst auf, wenn man zuhause die ruhige Wohnung betritt, dann erst bemerkt man, wie man da mit Sound zusammengeprügelt wurde, während man DAUERSTIMULIERT seine kleine Wurst aufpickte.
Zum Gebrauch der Schöpfkelle eine extrem blutleere Coverversion des 93er Smashers “Show me love” von Robins S, aber der housy Moll-Akkorde beraubt, jetzt völlig formloser, niederproduzierter Trash, der ganze Charme des Tracks rausrationalisiert und abgesaugt. Fuck ist das anstrengend.
Am Journal-Buch. Marc schickt eine Nachricht aus Berlin, wo er beim Rutschky-Abend las. Rutschky, ich weiß gar nicht, WAS ich da eigentlich erwartet hatte, von dem Tagebuch, bisher ist es ein bisschen – ja, betulich, was ich da lese, ich hatte ihn irgendwie lockerer in Erinnerung.
Im BEE Podcast die Journalistin Lili Anolik, superlustige Stories vom ehemaligen Porno-Produzenten Al Goldstein, der in den 70er Jahren steinreich war, und später nicht mehr, und wie er ihr, der 40 Jahre jüngeren Anolik, als Greis diese endlosen Stories auf den Anrufbeantworter laberte, von wegen: er habe da diese Vorstellung, er würde ihr gerne 1 Anilingus “schenken”, und später, wenn ihr Mann dann tragischerweise bei einem Autounfall ums Leben käme, haha, würde sie sich an den Anilingus erinnern und aus Dankbarkeit zu ihm, Goldstein, ziehen, um ihn zu pflegen, und da hätten ja dann beide was von usw.
Jetzt kommt die Sonne raus.
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