SOUNDING OUT LETTERS
Jan-Werner Müller, Merkur (Heft 924), „Kleine politische Theorie der Straße“:
Noch in der vorherigen Ausgabe des Merkur (923) hatte Philip Manow über den sog. Großbegriff KUNST einleuchtend geschrieben, dass solcher aufgrund „hoher Komplexität, einem engen Wertebezug oder auch historischer Offenheit“ immerzu diskutabel, eine discussion in progress bleiben werde, eine im besten Sinne everlasting Heisse Kartoffel.
Solcherlei Texte, wie der von Manow oder Müller, haben stets eine produktive, mindestens anregende Wirkung, indem sie die eigenen, noch etwas losen Gedanken und Assoziationen zu etwas festeren Partikeln werden lassen, enger ans dahinterliegende Grid der größeren Idee eingebunden. Time will tell. Das Denken also nicht unähnlich einem Granularsynthesizer—
und sterben staunend an der schweren Welt.
Den Topos der STRASSE also. Habe ich in einem ähnlichen Sinne als offenen Großbegriff angelegt, mit unklarem Wertebezug, immerhin zwielichtig, vielleicht sogar möglichst grobkörnig an den Rändern. Ich nehme an, meine hausgemachte Variante des Johns’schen „Things the mind already knows“. Stimme dem immernoch zu, seems right to me.
Müller schreibt:
„Straßen sind doch letztlich immer ein irgendwie dynamischer Raum (…)“
„Die Straße ist nicht automatisch ein Raum für Offenheit und Diversität, sondern kann auch ein Ort der Konspiration sein.“
Er verweist auf Peter Weiss: „Die Straße ist ein Massenmedium“
Auch bezogen auf die STRASSE gilt doch, nach Luhmann: was wir über Gesellschaft, von der Welt wissen, wissen wir durch die Massenmedien.
Es schwärmt dort doch von allem, AFK (away from keyboard).
Später, in Underworld, als ginge es um Kunst:
„You need these useless skills to make an impression on the street“