VLAMINGSTRAAT 40-42
Kaltes, klares Wasser—
die Luft hier und heute, so schmeckt sie, gestern schon, und vorgestern bereits, in W’hoven. Atme sie ein, ich trink sie ganz.
Atme sie ein und trinke sie, durstig, die Luft dieser Weihnachtstage, durchstochen nur von der Wintersonne und ihren Strahlen, ein Brennloch am Ende der Strasse, hoch oben, am Ende der Stadt, am Ende von allem, was dahinter noch liegt.
Ich mache ein Foto von der Sonne. Es funktioniert natürlich so nicht. Das ist das nicht. Ich lösche es wieder. Die falsche Linse, sie lügt nicht gut genug.
Ein Wort bietet sich an: Reassurance.
Am 24., grade hatte ich das Petersilienwurzelpüree fertig und die roten Zwiebeln dem Schmoren in ihrem Schlammbad aus Rotwein und Butter überlassen, ging ich, nachdem ich instinktiv zur gelben Digital-Uhrzeit auf dem Backofen meiner Eltern rübergeschielt hatte, zum Rhein hinunter.
Das Schwinden des Lichts abpassen, unten, an dieser „privatmythischen“ Kante zum Wasser, die ich beim Vornamen kenne, und wo die Strömung ihre hundert Sounds gleichzeitig abspielt.
Und siehe da
Da steht ein Reiher im Profil, als schwarzer, feiner Scherenschnitt am äussersten Rand eines schwarzen Ovals, eingelassen in eine verspiegelte Scheibe, von der ein türkisblauer Glanz ausging, ein fahler Zwilling des Himmels darüber.
Ein anderer Schwarm war Sekunden vorher abgehoben und vor dem orangenen Band, das sich direkt über der Horizontlinie hinzog, in schwarzen Punkten zerstoben, bis diese im dunkelblauen und dunkelblauer werdenden Schmelz darüber, und noch höher, vollends verschwanden.