7:55h, Abfahrt, pünktlich.
Kaum sind wir unter der Überdachung hervor, wird dort vom Big Operator ein Morgenszenario hochgeladen, man sieht, hinter der Weltscheibe, die Dioden mit Orange und Violett und Grün durchflossen, warm und kalt zu gleichen Teilen, “Wie ist die Lage” fragt eine Frau hier im Abteil sanft in ein Telefon, und die Klangqualität der on-board-Anlage der sog. Deutsche Bahn® ist in den Zügen der neuesten Bauart nochmal anders, klarer, voluminöser, more live, more new, pastoral. An der Scheibe, direkt links neben mir, fließt außen, von Reiselust gnadenlos über das Glas getrieben, ein Rinnsal von Tauwasser?! Es muss. Geschwindigkeit 232 km/h.
Vor mir und an mir vorbei, eine deutsche Landschaft ohne Zeit und Verortung, Deutschland 1912, Deutschland 1879, Deutschland 1832, die ewigen Gestalten von braunen Wiesen und Bäumen. Man sieht die Kanten der Wolken von hellgelbem Licht bestrichen.
10:50h, vor zwei Stunden kostete mich der Kaffee hier im Zug noch 3 Euro, jetzt, kurz nach Offenburg kostet der Kaffee auf einmal schon 3,30 Euro. Wir sind also mitten durch eine Inflationsverpuffung gefahren. Ist das schon “Good Gay Camp”? Leider nit.