DAS N-WORT
Annalena Baerbock hat in Interviews das Wort “Neoliberal” benutzt, dafür hat sie sich jetzt, nach einem pushback, entschuldigt. Im Tagesspiegel, den man in Ostdeutschland noch nackt auf dem Balkon liest, heißt es sogar, sie, Baerbock, “patze” “mal wieder” mit einer “schlafwandlerischen Sicherheit”, analog etwa, wie man sagen würde, Andrea Pirlo würde einen Elfmeter “schlafwandlerisch” sicher “rein machen”, die “Kirsche” ins “Netz” schießen, vorbei am Torwart, der meist “völlig ohne Chance war”, obwohl das ja eigentlich keinen Sinn ergibt. Find ich bisschen hart gegenüber Annalena Baerbock, weil ich nicht finde, sie patze irgendwie sonderlich mehr als, sagen wir, alle anderen Bürger der BR Deutschland. Ich z.B. patze ständig, sage selber manchmal “neoliberal”, obwohl das ein bisschen doof ist, sogar das Wort “Neger” habe ich schon in nicht volksverhetzenden oder spezifischen “Rassenhass” signalisierenden Absichten benutzt, wenn es der Zusammenhang hergab und die mit mir konversierende Person eine bekannte, erwachsene und nicht so larrymäßig geistig labile Person war. Man sieht auch, daß mit der Etablierung des Begriffs “N-Wort” weiße, akademische Eliten das fortsetzen, was sie mit am besten können: weiterhin “Neger” MEINEN können, ohne dafür die Verantwortung übernehmen zu müssen. Der Rest ist meist Public Relations.
