• Mittwoch, 27.01.2021

    CLUBHOUSE WECKT BEGEHRLICHKEITEN: ALLE WOLLEN REIN

    Als ich abends aus der nassen und dummen Kälte, die sich sowohl als äußeres Weltwetter, wie auch bei mir, innen drin, als Innenwetter den Tag über breit gemacht hatte –

    sah ich den Zeitpunkt gekommen, meine alte Matratze die Stockwerke herunter zu zerren, um sie zu den anderen, in der Straße bereits installierten Sperrmüll-Assemblagen, hinzuzustellen, um diese Gemeinschaftsarbeit zu vervollständigen, abzuschließen sozusagen. So hatte ich, wenn schon dem Tage nichts, wenigstens der noch jungen Nacht etwas hinzufügen können.

    Mit Shari auf Melaten spazieren, bis zur Lichtneige, bis die Tore abgeschlossen wurden. Aber wir fanden noch den Ausgang, keine Nacht auf dem Friedhof. Hirntot hatte ich den Tag über schon im Atelier gesessen, und nicht gewusst, was ich da mache, was das alles soll, für wen, warum, alles egal, ich sah nur eine bescheuerte Weltfresse, die mir mit vakuösem Blick entgegenblickte, und in die ich stundenlang hineinschlagen möchte. Stattdessen trinke ich zu wenig Wasser.

    Die Lilien von meiner Mutter blühen seit drei Tagen in ihrem High Yellow.

  • Samstag, 23.01.2021

    “THE SECRET OF MY SUCCESS? I’M DUMB”

    Gestern Abend rief Hopkins noch an. Noch ein bisschen über die USA, über Trump, über die akademische Welt, über Sanders. Schließlich kommt Hopkins aus Vermont. Ich weiß noch, wie ich ihn damals – die Demokraten hatten Sanders’ Kampagne noch nicht völlig desavouiert – zu Sanders befragte, und es war erfrischend zu hören, dass er dazu etwas Konkreteres zu sagen hatte, als der übliche Grobianismus, der sich allein aus Sympathie-Affekten zusammenbaut. Ja klar finde ich Sanders AUCH sympathisch, aber: wie ist der denn so, als Realpolitiker? Was sagen Leute aus Vermont, die ihn seit Jahrzehnten kennen?

    Heute eine Klimmzugstange bestellt. Mit Körperwürde dümmer werden.

  • Freitag, 22.01.2021

    LUXURY & DEGRADATION JANUAR AUSGABE

    Gestern, an Jeff Koons’ und meinem Ehrentag, zufällig meinen alten Chef vom Katzenfuttereinräumen getroffen, sowie seine kleine sibirische Huskydame, die er mir, auf Nachfrage, als “Fotzi” vorstellt. Gott was hab ich das vermisst, das seriöse Schwachsinnreden mit Leuten, die den Ball auch spielen können. Dann große Runde mit “Fotzi”, gegenseitiges Updating, während wir kalten Wind und große braune Pfützen durchwaten: was so vorgefallen ist in den letzten Jahren, wer von den “alten Kollegen” von vor gut zwanzig Jahren wo ist und was macht, und wie man im neoliberalen Bällchenparadies den global agierenden Arbeitgeber bescheißen kann und natürlich auch muss. Unbemerkt, so muss der sog. Systemfick aufgezogen werden. Meinen Eltern brachte ich ein neues Bild mit, das ich ihnen versprochen hatte, auch hier ist das Motiv ein Hund. Sie besitzen nun zwei Hundebilder, und eins mit einer gelben Motte.