• Mittwoch, 11.11.2020

    DEALER STASH

    Fand gestern, beim Gitterhochfahren, ein Plastiktütchen, in denen sich kleine, vorportionierte Gras-Mengen in sog. Druckbandbeutelchen befanden. Dealer stash, den vielleicht einer der Platz-Dealer in größter Not dort, zwischen Gitter und Scheibe, versteckt hatte. Police in Helicopter. Ich tarnte das Tütchen mit irgendeinem Flyer, in der Hoffnung, der junge Unternehmer möge seinen stash dort, schon bald (?), unversehrt wieder finden, um Deutschland auch im europäischen Vergleich wirtschaftlich wieder nach vorne zu bringen. Friedrich Merz, Brilon’s Finest, gab mir per Whatsapp sein “Go”

  • Dienstag, 10.11.2020

    SHELTER-IN-PLACE-SPACE

    Gestern, am Tagesrand, wo ich innehielt um kurz mich umzuschauen, da war es mir überdeutlich vorgekommen, zum ersten Mal jetzt richtig in diesen ZEITEN, wie gestaucht, komprimiert, verengt mir die letzten Tage geworden waren.

    – Was habe ich eigentlich GETAN heute? Alles, wie auch sonst, hast du das schon alles vergessen?

    Nein, nicht vergessen. Aber es fehlt einfach das Soziale, das Nicht-machen, um es als Differenz daneben halten zu können, um sich vom anderen in das andere locken zu lassen, raus aus der ganztägigen Ichheit, von Arbeit, von Gedanken, von Kummer und Schwere usw. Das Soziale ist nicht nur aus der öffentlichen Sphäre, es ist auch aus den Köpfen der Leute entwichen, man hat vernünftigerweise akzeptiert, dass man Menschen jetzt grade nur auf der Straße trifft, in Geschäften, eingebunden in das Übergeordnete, in das Trotzdem-das-Beste-draus-machen. Es strengt an, und so schön das Alleinsein auch ist (”Allein ist’s ohne jeden schön”), mir ist es grad deutlich, dass es etwas noch Richtigeres gibt – da draußen. Sicher, kannst mal ne Stunde spazieren gehen mit wem, aber auch das ist grade natürlich überkuratiert, es ist nicht die Fortsetzung von normie, wie man es noch vor März in seiner ganz natürlichen alltäglichen Normiehaftigkeit kaum beschreiben konnte.

    Wahrscheinlich ist Erwartung das Problem.

    I’m your butterfly

    Sugar baby

    Achso, und wie arbeite ich an gegen das Obige? Ich nehme die schönen, farbigen Sennelier Ölstifte in die Hand, reibe und massiere die Farben ins Papier hinein, und so sehr ich eben nicht weiß, warum es jetzt Landschaften sind, zu denen ich mich angenehm agitiert fühle, so sehr vermute ich auch: in diesen Landschaften hole ich mir das, was mir die Tage verwehren, oder was ich zu sehen nicht imstande bin.

  • Sonntag, 08.11.2020

    IN DER LIMOUSINE

    Ja, okay, ist das erledigt, das von so vielen vermeintlich erlebte TRAUMA durch wahlweise “Hitler” bzw. den “schlimmsten Hitler aller Zeiten” ist vorbei. Sogar Chomsky, der klügste Greis der Welt, hatte Schluckauf. Es hat sehr viele Institutionen, die noch vor vier Jahren unter großem Trara mit tränennasser Demut die Paywall haben hochziehen müssen – “built that wall!” – sehr sehr reich gemacht, dabei auch, ganz natürlich, etwas mehr cocky. Das sollte den Schmerz ein wenig abfedern, oder? Neoliberal lacht mich der Morgen an, Daddy zahlt heute die Rechnung.

    Vorschau: in einem unerwarteten, ja definitiv STUNNING zu nennenden sleight of hand-move begnadigt der noch amtierende, aber jetzt tatsächlich abgewählte Präsident in den letzten Wochen seiner Amtsperiode einen jungen, im Ausland lebenden Amerikaner namens Edward Snowden.

    12 Grad, teils bewölkt.