1 ALLGEMEINER IRRTUM
Mit Kochschinken in der Hand trat ich aus dem REWE, da wurde ich schon direkt von der Seite her attackiert mit: “vielleicht ein bisschen Kleingeld?” Sorry – “Alles Gute dir”. Mir also ALLES GUTE, für heute oder für immer, für alle Tage? Ich sah hoch zu JAHWE: waren dort jetzt die vom Jetstream hertransportierten Rauchschleier der kalifornischen Waldbrände zu sehen?
Der langhaarige Mann trug ein Sakko, sah nicht nach bedürftig aus. Wie sich solche Leute präsentieren, das interessiert mich. Manchmal wollen Leute ganz konkrete Summen: “Haben Sie mal 3,60″, manche fügen noch einen Grund mit an: für ein Ticket, für Wasser, für Hundefutter. Auch da die Frage, ob das eine ganz natürlich sich entwickelnd habende Technik ist, auf den pauschalen Alkohol/Drogen-Vorwurf zu reagieren, eine Art Programming. Vor dem REWE beim Atelier sitzen immer öfter Jungpunks, die Mädchen mit komplett gecutteten Armen, die Jungs im zeitlosen Assel-Look courtesy 1977 – 2020, oft mit den echt süßesten Hunden. Evocative Images.
Aber Herr Duchamp, woher die anti-retinale Haltung? “Aus der übersteigerten Bedeutung, die diesem optischen Moment immer beigemessen wurde. Seit Courbet meint man, die Malerei wende sich ausschließlich an die Retina, die Netzhaut – ein allgemeiner Irrtum.”