NIX ZU WOLLEN, KEIN MENSCH DA
Im Atelier die fast drei Stunden Wolfgang Welt vom Deutschlandfunk gehört, zu seinem Todestag neulich. Ein paar Liveausschnitte von einer Lesung von WoW, man erfährt leider nicht, von wann (oder ich habs verpasst), er liest hektisch, außer Atem, wie im Anrennen gegen einen Steilhang, gegen die brutale Pathologie, gegen die normalen Widerstände, wenn man keine Lobby hat und es irgendwie alleine versuchen will. In der Stimme diese schöne Ruhrgebiets-Würde, die ich echt gerne höre, und es sind eben auch SEINE Worte, und deshalb landet das. Er liest sich fast bewusstlos, geschrieben hat er sich verrückt, so war es wirklich. Vier Jahre tot also. Kurze Rückerinnerung, als ich mit Marc Degens und Hanna Engelmeier in Düsseldorf die Wow-Ausstellung besucht hatte, und warum ich so ein bisschen enttäuscht bin, von dem Deutschlandfunk-Feature. Ich wollte mehr. Vielleicht will ich zu viel.
Draußen die Wirrnis. Ich versuche, über den Bahners-Text zu lesen, Twitter? keine Ahnung, irgendwo les ich ihn, in dem er versucht, in diesem Fall LEIDER in seiner Bahnershaftigkeit zu erklären, warum diese taz-Polizei-Satire doch “urkomisch” sei? Les ich das richtig? Ja, so ist das in Deutschland, dass man hier die gags, die nicht zünden, erklärt. Und da wir Juni 2020 haben, lese ich diese taz-Kolumne nicht, weil ich glaube, dass sie son bisschen diesen taz-Nervsound hat, Entschuldigung. Affektland BRD könnte mal bisschen in reflexiver Lähmung erstarren, alle mal bisschen die janzen Jefühle abschütteln.
Bekomme kurz mit, dass die 80jährige Greisin den Bachmann-Preis bekommen hat? Ist das so? Das war doch die, die auch Friederike als Favoritin hatte? Dann ist es doch okay, oder.
