THE ARTIST’S CURRENT INVESTIGATION
Im Kisch & Co Buchladen auf der Oranienstraße kaufte ich das kleine neue Reclam-Buch von Dath Dietmar über GWF “Kein Schwätzer” Hegel, 100 Seiten steht vorne drauf, wie als Gütesiegel, süß, aber macht mich auch was traurig. Warum? Vielleicht für unsere Internetmenschen, deren Intelligenz man natürlich niemals unterschätzen darf, aber deren Kohärenzapparat im Bezug auf Informationsumfang vielleicht auch nicht mehr zu überschätzen sey, keine Ahnung, die kleinen Amseln singen vielleicht davon, ich kann sie auf Ästen und Regenrinnen sitzen sehen. Ich bin, wie immer eigentlich wenn ich da bin, über die Unsortiertheit des Ladens irritiert, ich weiß auch nicht, warum sowas sein muss, und bin (deswegen?) für längere Zeit auch der einzige Kunde im Laden, was auch hart ist, an so einem Mittwochmittag. Und dann kauf ich nur für 10 Euro, bitter.
Auch mal bei Kraupa Tuskany Zeidler vorbei, nach der KOW Katastrophe neulich, dachte ich am Morgen, dann ging ich auf deren Webseite, um zu sehen, was da so los ist, und war dann wieder vollkommen angewidert vom Kunst-Text zur Ausstellung, dieser wirklich ganz speziellen Texttragödie BEGLEITTEXT, das sind Texte wie Krieg, da ist einfach wirklich alles erlaubt an Schweinereien und entmenschlichter Grausamkeit – alles der Feind, der sich unsere Uniform von den Gefallenen geklaut hat, und jetzt damit herumläuft und sich in Sicherheit wiegt. Aber bei Krieg ist da am Ende zumindest IRGENDWAS, zumindest Ruinen und Schutt. Entschuldigung, Berlin macht mich immer so WAR, pur War.
Aber da kam dann schon meine Frau und wir kreierten den Frieden, und im Comicladen kaufte ich ihr Ghost World, und mir was mit Ficken von Gilbert Hernández, Blubber #4.