• Sonntag, 13.09.2020

    Wahltag. Die wärmende Septembersonne führt hier die Dichterhand, und ich hatte auch schon gewählt, per Briefchen. Im Elternort – das weiß ich, weil meine Mutter mir ein Foto schickte vom Wahlzettel dort – ließ sich mein ehemaliger Chef vom Katzenfutter-Einräumen aufstellen, für die LINKE, klar. Im Ort kennt man ihn auch fast nur unter dem Namen “Punk”. Überbleibsel einer einfacheren Zeit, einer kleineren Welt.

    A friend of mine said he can’t fall in love anymore 

    and I just said no fall, only love

    and he thought it was a joke

    but it really isn’t – like

    don’t fall in love

    build love

    Q: But poets are simply people – subjects to the same human failings that diminish us all.
    Gordon Lish: You’ll never get them to agree to it.

  • Samstag, 12.09.2020

    SCHULE DER FOLGENLOSIGKEIT

    17:50h. Betrete ich die Wohnung, empfängt mich hier der Duft der blühenden Lilien. Ich habe hier zwei, die Blüten sind vogelspinnengroß und zartrosa. Riecht nicht nur gut, sieht auch einfach schön aus, warum denn eigentlich nicht immer so.

    Das reicht heute als Meldung – okay, in Ordnung.

  • Freitag, 11.09.2020

    DUNE 2 – NOCH 1 WÜSTENPLANET

    Das Datum. Ich habe grade mal nachgesehen: Osama bin Ladin ist auch schon 9 Jahre tot. Irgendwo hier, in den Dünen meines Desktops, da habe ich eine Liste mit den Büchern und Filmen, die man bei Osama gefunden hatte, in seinem sog. compound. Eine meiner ersten, ORDENTLICHEN Arbeiten hatte ich über Bin Ladin gemacht, bzw. nein, über Geronimo, einer aus der Stammesgruppe der Apachen, und dessen Name dann weltironischerweise vom US-Militär für die Aktion in Abbotabad ausgewählt wurde, und worum ging’s mir da? Um Sprache, Worte, und wie man sie dreht und wendet, und wie sie keinem richtig gehört, sondern immer allen, auch gleichzeitig. Gleichzeitigkeit, das wissen wir aus der Fachlektüre, war auch das Thema des jungen, kubistischen Duchamp gewesen. Auch er ist tot, 52 Jahre.

    Achso: Volker Panzer starb am 13. August diesen Jahres. Der humanistische Joe Rogan des deutschen Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens. Sogar die schematische Idee der man cave, sie war als Andeutung, als fake Kaminfeuer und kleiner Bücheranrichte schon da gewesen, bei ihm, im Nachtstudio. Ich hab das immer gern geschaut, in den formativen Jahren, Harald Schmidt, Nachtstudio, und ich glaube, so ein- zweimal im Jahr schaue ich mir immer wieder mit Vergnügen die Dreierreihe mit Goetz und von Uslar an, im doch recht seriösen media content Archiv YouTube, das, ähnlich wie “Geronimo”, zu wenden und zu drehen ist, wie’s einem gefällt. 

    Wisst ihr noch, die Welt, die Zeit, in der Matthias Matussek Kulturmacher beim SPIEGEL war? Antwort: 2007!

    Warum heute so den Blick über die Schulter nach hinten? Ja, weiß nicht, das macht doch Spaß manchmal.

    Forever on the make