IN MUSIK IST ETWAS, DAS SICH AUF DIE KREATUR WOHLTUEND ÜBERTRÄGT
08:41h. Ja was für eine Kreatur ist man denn eigentlich selbst? Ich bin durchgewirkt von den letzten Wochen. Wie Alexander-Arnold den Eckball reingebracht hat, und die komplette Barca-Mannschaft noch rumtrödelte, auf so einen Moment warte ich.
Jetzt der erste freundliche und lichthaltige Morgen seit Tagen. Vogelgeflöte, ferner der norddeutsche Dialekt Luhmanns liegen in der Luft.
Zwischendurch, hinter den Blockaden, an von kaltem Regen gepeitschten Häusern vorbei, die Farbe dort dunkler, wo die Nässe ins Gemäuer eingesickert ist, und ich nehm an, ich denke auch dunkler, wo bei mir die Nässe eingesickert ist.
Der Monat Mai, die ersten Maitage waren mir alle morgens, gleich nach dem Aufwachen sofort zum Feind geworden. Unangenehm. Und mit dem Zurückschießen ist es ja auch so eine Sache. FRIEDEN bitte.
In den Straßen mit schwarzen Kabelbindern an Fallrohre gefesselte Maibäume, die letzten acht Tage haben das Kreppband schon fast ganz aus den Bäumen geweht. Wie acht Tage etwas altern lassen können. In den dürren Birken hängen stabile rote Pappen, manchmal in Herzform geschnitten, weiße dünne Zettel in Din a 4, zugesägte Holztafeln, dick mit Edding drauf:
Nika
Marie
Charlotte
Hinni
Luise
Lena
Jana & Romina (wie die beiden sich wohl einigen darüber?)
Holz spricht sinnlicher
und überlegter
als Worte –
Hier kommt grad das Zeichen, also weiter jetzt an meinem Formenwerk.