• Sa, 12.01.2019

    DER BESEN

    Wie Böcklins Toteninsel, fiel mir dann ein, hatte ich den Badeschaum meines Rücken-Wärme-Bades (Tetesept) mit den Füßen aufgebauscht und in Form geschoben, nur die dunklen und dichtstehenden Zypressen fehlten, die über die Ruine ragen. Ich hielt währenddessen mit der linken Hand den Houellebecq, leuchtend gelb und ohne Schutzumschlag, in die Luft, da war ich gerade auf Seite 173, und ich dachte kurz, dass dies Buch doch jetzt ziemlich warm und zärtlich geworden ist, ÜBER DIE LIEBE, und in diesen Gedanken hinein mischte sich der der Rezeption, ob denn nun TROTZDEM in allen Besprechungen dieses Romans stehen würde, wie zynisch und böse und diesdas er nun wieder sei, der Houellebecq, und ohne es wirklich zu wissen, ohne es wirklich in Erfahrung gebracht zu haben, dachte ich, dass ich genau das der Welt zutrauen würde, nämlich die wirklich wichtigen, substantiellen Details nicht zu sehen, sondern eher an der Vervollständigung des STILLSTANDS interessiert zu sein, an der ewig gleichen Feststellung, dass man schon vorher was dazu festgestellt hatte. Dabei steht es ja da im Buch drin, man muss es nur richtig lesen.
    Der vom warmen Wasser aufsteigende Dampf benetzte mein Gesicht mit Nässe, und ich schaute, nochmal, in Richtung Fußende und sah die Toteninsel unversehrt.

    Böcklin malte insgesamt fünf Versionen dieses Bildes. Die dritte Version von 1883 wurde in den 1930er Jahren von Adolf Hitler erworben, der es einige Jahre später in der Neuen Reichskanzlei zu Berlin ausstellen ließ. Ausgerechnet in der dritten, der Hitler-Version, sieht man den Nachen NICHT auf nachtschwarzem Meer, unter nachtschwarzem Himmel. 

    Bei O. im Atelier galt es dafür ein malerisches Problem mit dem Motiv eines Besens zu lösen, der zwischen Totenschädel und kleiner Maus hinzumalen war. Als das irgendwie gelungen schien, sagte O. durchaus “aufgegeilt” (O.) zu mir: “Du bist ein ENGEL!”. Ich habe keine Zweifel. 

  • Do, 10.01.2019

    FAC 321

    Und so kams dann, dass ich gestern, in zwei unterschiedlichen Gesprächen zu unterschiedlichen Tageszeiten, das eine beim Kaffee, das andere bei zwei schön gekühlten Staropramen vom Fass, auf Peter Saville zu sprechen kam, warum das so gut ist, was er gemacht hat, und – wahrscheinlich – noch immer macht. Im ersten Gespräch, durch den Mittag hindurch, gings auch noch um Joy Division und New Order, und damit, Entschuldigung, kenne ich mich ja nun wirklich aus, so muss man nicht ewig beim Ian Curtis-Kitsch hängen bleiben, sondern kann direkt über New Order reden, die interessantere und offenere Band der beiden, über diese Stories mit Martin Hannett, “overproduced by Martin Hannett” (Jello Biafra, Nazi Punks Fuck Off), das Video von Jonathan Demme, Gillian Gilbert, Factory, Hacienda, Tony Wilson’s Gesamtkonzeption, und somit, indirekt, auch: Warhol.

    Der Wind, Ozean für Arme, blies einem kalte, unsichtbare Wände ins Gesicht.

    Because
    I’m not saying anything to be mean.
    I just want people to wake up.

    Gekauft: Ben Bertrand “NGC 1999″, Gary Wilson “Forgotten Lovers”

  • So, 06.01.2019

    SUOMENKIELISET NIMET

    Ukko-Pekka Luukkonen
    Lassi Lehtinen
    Filip Lindberg
    Oskari Laaksonen
    Toni Utunen
    Urho Vaakanainen 
    Henri Jokiharju 
    Otto Latvala
    Ville Heinola
    Anttoni Honka
    Aleksi Heponiemi
    Samuli Vainionpää
    Valtteri Puustinen
    Teemu Engberg
    Rasmus Kupari
    Eeli Tolvanen
    Santeri Virtanen
    Linus Nyman
    Kaapo Kakko
    Aarne Talvitie 
    Jesse Ylönen
    Sami Moilanen
    Anton Lundell

    Ein GEDICHT nur aus Namen, fürwahr, denn alle Namen sind hier ein Gedicht.

    Hinzu kommt Kaurismäki, der in seiner Criterion Top 10-Liste den von ihm auf dem zweiten Platz positionierten Yasujiro Ozu Film Tokyo Story mit dem Kommentar versah: “It is almost impossible to find sharp prints of these films. But your tears are the ones to blame.” So einen Satz muss man erstmal denken können.

    JANUAR ist der dunkle Spalt, die Öffnung zur Welt. Zum Eismond hin beugen sich die Tage. Die Blätter meiner Lilien twerken extrem sanft im unsichtbaren Strom der Heizungsluft.