• Do, 20.12.2018

    THE SONGS YOU HEAR BUT JUST CAN’T SING OUT TODAY

    Gestern segelten wir den Perlen entgegen – 

    der Mittwoch: just a tender line

  • Mo, 17.12.2018

    BEI SCHNEESTURM ZUR BODEGA SCHLAFWANDELN

    Samstagmorgen lag die Stadt mit erstem Dezemberschnee zugedeckt, eiskalter, zorniger Wind blies. Jinx-Gottheit King Ghidorah, ein dreiköpfiger, geflügelter Lindwurm, hat mitbekommen, dass ich letzte Woche zu oft gesagt habe, ich werd “nie” krank. Daher jetzt: krank. Gerecht sind die Götter, eh klar. Kurz gedacht, dass ich ein komplettes Wochenende in einer sich ständig mit neuem, warmen Wasser versorgenden Wanne tümpeln könne, dabei alles von Moshfegh weglesen. Der Geist von Christopher Hitchens bringt neue Getränke, damit der Spirit allgemein schön sharp bleibt.

    Und wie der jungen Frau in dem Buch von Moshfegh gefiel mir der Gedanke, in einem universellen Sud aus Barbituraten und dem einlullenden Effekt von körnigen VHS-Bildern eines 90er Jahre Films wegzudämmern, Wochen, Monate, und man wachte auf, und zwar genau zum RICHTIGEN Moment. Die noch jüngeren Gesichter von Bill Murray, von Bill Pullman, von Catherine Keener, von Dan Aykroyd, von Harrison Ford, von Denzel Washington, von Steve Buscemi.

    Ein Kollege – 
    um nur ein drastisches,
    das abschreckendste Beispiel zu nennen – 
    führte die gesamte Lyrik von Bertolt Brecht
    auf seine Herzschwäche zurück

  • Fr, 14.12.2018

    BEYOND THIS FIDDLE LIEGT DER AUSWEG AUS DER SCHÖNHEIT

    Ein bedeckter, dunkler Morgen um 9:14 Uhr. Dachte kurz, beim Aufwachen, ich hab mir was “geholt” beim gestrigen, in der zugigen Unterführung abhängen wegen Aufbau. Sogar der nervige Bettler vorm Rewe sagte: KALT.
    War dann doch, merkte ich gestern, die Tage über angespannt, wegen der Arbeiten, die ich da zeige, ist das gut so, hab ich da ästhetisch richtige Entscheidungen usw. Auf einmal zwickt irgendwas im Rücken, oder wo, und ich merke, das kommt davon. Okay, älter wird man auch.

    Ganz profan und in der Wiederholung auch irgendwie sad, wie der Typ DEUTSCHER in Northfacejacke da gestern in der Unterführung beim ab frühen Mittag Heineken trinkenden Black sein Weed kauft, Treffpunkt vor den Werbetafeln, warten, dann kurz so tun als ob, Handschlag usw., unaufgeregt, aber dieses Semi-Heimlichgetue: einerseits bisschen demonstrativ, weil es ist ja nur Weed und man demonstriert gesellschaftlich größere Lockerheit als politisch, andererseits will man als guter deutscher Boy in Markenjacke jetzt nicht in der abgefuckten Unterführung von der immer mal wieder einfallenden Polizei gefilzt werden, während junge Mütter mit ihren hopsenden Töchtern zur Mini-KinderEisbahn gehen. Wobei: eigentlich ein Modell für STADT generell.

    Bekam eine Email von der Zeitschrift, für die ich das Interview mit Guadagnino gemacht hatte: der Verleih des Films will das Interview ins Booklet für die DVD nehmen, fragt, ob ich’s freigebe. Intuitiv Bessing angerufen, weil ich dachte: ich mache den Eintritt in die Textwelt bisschen aufgeräumter, will jetzt nichts FALSCHES schreiben aus dummer Freude heraus, weil Schreiben ist ja nur HOBBY und…. und siehe da: am nächsten Tag ging die Anmeldung VG Wort raus, raus in den kalten, gelben Blechcontainer der Deutschen Post.