EVEN A TREE CAN SHED TEARS
Zu tief ins allumspannende Grau gesehen die Tage. Am Computer, dann etwas in dem im Museumsshop gekauften Katalog geblättert, hängen geblieben bei George Bellows, bei Guy Pène Du Bois. Auf der Auslage im Museumsshop lagen weitere, anscheinend US-importierte Monografien von Winslow Homer oder Edward Hopper, alle knusprige 73 Euro. Another day.
The Nighttime Enigma
Die Ausstellung im Wallraf-Richartz dann zum Durchatmen schön. Die frühen Porträts aus dem frühen 18. Jhdt., deren Stumpfheit mich erst etwas wunderte, mich dann aber für SICH gewann, sozusagen, überzeugte. Das fehlende oder nachlässige Raffinement (in Lichtern und Details): GEIL. Auch, weil ich so dachte: natürlich, das Land ist jung, wir machen hier jetzt NEUE, EIGENE Kultur, und alles wird etwas workmanlike, etwas direkter angegangen. In den folgenden Räumen dann erste Schwergewichte, John Singleton Copley (”Watson And The Shark”, 1782), Thomas Cole, Albert Bierstadt, dessen “Indianer beim Speer-Fischen” von 1862 im gerichteten Strahler glänzte wie ein triefend nasser Schinken. Dann die großen Nummern des späten 19. Jhdts., Thomas Eakins, John Singer Sargent, McNeill-Whistler.
Edward Hicks etwa ein Proto-Henri Rousseau (”Königreich des Friedens”, 1830-35)? Mir war er nicht bekannt. Beim Bild “Vertreibung, Mond und Feuerschein” (1828) des Thomas Cole, siehe Hudson River School, kurz der Gedanke, ob nicht große Teile der Tolkien-Verfilmungen von Peter Jackson einem Hudson River School-Moodbook nahezu das Meiste abgepumpt haben. Henry Ossawa Tanner auch dabei, allerdings mit nur einem Bild, Mary Cassat muss ich ganz übersehen haben, wie mir der Katalog andeutet. Dann aber, stand ich auf einmal tatsächlich vor dem Bild, das ich noch wenige Woche zuvor nur im Browser betrachten konnte: “Studio Interior” von William Merrit Chase, 1882.
Haltestelle Körnerstrasse, ein Wirrer mit wirrem Blick schreit: “Ich bin der Grösste hier am Platz! Ich mach’ jetzt ne Welle!” NORMAL.
My Year Of Rest And Relaxation