NICHT NUR GESCHIRR
Ein Haus braucht einen Boden, damit es weiss, das es begangen wird, und ich brauche, am Morgen, diese spezielle Gesellschaft der Gegenwart, und dann brech ich’s runter, Stück für Stück, und es kommt ne Tasse Kaffee raus, und ich schau raus in einen noch RELATIV jungen Taghimmel.
and you try to move towards her
but you can’t move your shoulder
In der U-Bahn gestern die Situation – und man ist natürlich ubahnbedingt in diesem Beobachtungsmodus – dass sich, an der Haltestelle zwei junge, wartende Schulboys, so 12 oder 13 Jahre alt, da bisschen kabbelten, wie das Jungs in ihrer leichten Sinn- und Hilflosigkeit eben so machen, und dann hörte man, die Jungs waren eingestiegen, aus der Tiefe des Bahnwagens ein WHAT DID YOU DO? näher kommen und lauter werden. Ich hab paar Sekunden gebraucht, um zu checken, was passierte: der junge Englisch sprechende Mann kam auf den größeren der beiden Jungs zu und forcierte jetzt, vor der versammelten Mannschaft, hier einen Akt der Zivilcourage, wollte den Jungen coram publico zur Rede stellen, was natürlich irgendwie völlig unangebracht war, vollkommen übers Ziel hinaus. Ich sagte aber nichts, saß nur da und schaute zu. Ich hatte keinerlei Lust aufzustehen und dem jungen Mann klarzumachen, dass er es sicher gut meine usw., aber jetzt hier einen auf öffentlichen Ankläger zu machen ja wohl etwas deplatziert sei, weil es sich um zwei befreundete Jungs handelte, die lediglich pubertär etwas abspasten. Es sagte aber eh NIEMAND etwas, ich sah nur, wie alle, völlig gebannt, sich dieses Szenario anschauten, wahrscheinlich mit diesem düsteren kleinen Gefühl im Körper, mit dem man so etwas beobachtet.
Zuvor, beim Siebdrucker, war alles so friedlich, der betörende Geruch von arbeitenden Druckmaschinen, der dicken Gummimatten, die quadratmetergroße Schnittmatten sind, durch tausende cuts beschrieben wie ein Dokument.