• Mittwoch, 29. November 2017

    1000 Jahre Atommacht Nordkorea. Aber mein Gaspedal in Gold bleibt: die Welt ist natürlich trotzdem schön. Irgendwie. Und Irgendwie wird als Wort auch immer wichtiger, korrekter, zutreffender. Very strong das Ungefähre. Und ungefähr bald ist der erste Advent.

    Jetzt ist hier aber noch ein lockerer Himmel zu sehen, locker im Sinne von: der will nichts Böses, der will mir nichts Schweres aufladen, der will nur spielen (oder was?). Zart sieht er aus, strahlt Ruhe aus. Gestern war es auch schon schön, da ging ich zum Abbau meiner Ausstellung.
    Jetzt stehen die Bilder wieder im Atelier, darben in Folien, den Kanaldeckel muss ich noch abholen in der kommenden Woche, denn der wiegt 100 Kilo. Verkaufte Bilder: 1

    Mit meinen beiden Anwälten bei Rosenquist. Entschuldigung, ich bin – drei Tage danach – immer noch underwhelmed. Sehr gut gefallen hingegen hat mir der neue Takashi Miike Film, Blade of the Immortal. Noch toller: The Square von Ruben Östlund.

  • Montag, 20. November 2017

    Hat der Tag denn keine Kraft, mir was zu sagen?

    Gleich mal überprüfender Fensterblick:
    Eisiger Regen fällt am Morgen, ich seh’s an den arbeitenden Pfützen auf dem Dach des Dojos gegenüber. Die durch die Jahrzehnte heruntergedunkelte Backsteinwand dahinter.

    Charles Manson tot, nach 46 Jahren Haft. Er sah immer so scheiße aus mit seinem dämlichen, zittrigen Gaga-Hakenkreuz zwischen den Augen. Diese 26jährige, die ihn heiraten wollte vor ein paar Jahren – das lese ich grade hier parallel – wollte nur die Ehe, damit sie später seine Leiche ausstellen kann und ein paar Dollars verdienen. Da lacht das Herzerl

    Dabei will ich mir abgewöhnen, als erste Handlung nach dem Aufwachen noch vollkommen verwundbar in die Nachrichten zu schauen. Den Fehler habe ich dieses Jahr zu oft gemacht, dann will man gar nicht mehr aufstehen, ist schon alles elendig. Böse. Das sondierungssprengende Gesicht Christian Lindners.

  • Donnerstag, 16. November 2017

    Zum Klang der Sägen

    Im Greisen-Café – eigentlich eine Art On-the-fly-Altenheim mit angeschlossener Feinbäckerei, betreutes Riemchenapfelessen. Mittagstisch auch. Die ausnahmslos weiblichen Bedienungen in Schwarz kümmern sich rührend um die solitären Greise, die beim Essen den Schal an lassen. Der Greis am Nebentisch, Wolfgang, wurde von der Bedienung in zärtlichstem Fürsorgeton geradezu überredet, doch nicht schon wieder die Suppe zu essen, sondern das Ragout. “Du bestehst sonst bald selbst nur noch aus Suppe, Wolfgang”. Wolfgang verstand und stimmte mit zugekniffenem Mund und einem Ächzgeräusch zu. Währenddessen mit Ö. den Fall Louis C.K. nochmal aufgerollt. 

    Morandi bei Karsten Greve, nochmal das Kippenberger-Buch. Ich wurde da einfach wieder angeweht, wie ich halt immer so angeweht werde von etwas. Lust auf Wiederholung. Lust auf Lernen durch Wiederholung. Und von den durch Kunstbetrachtungen erweckten Gedanken komme ich jetzt zu: Salvator Turdi, bitte einmal einpacken für 400 Mios. Vielleicht erfahren wir dieses Jahr noch, ob es doch eine Fälschung ist, oder einfach ein brutal zu Tode restaurierter Grablappen.

    Tattoo-Rapper Lil Peep tot

    Nackt-Zoff mit Melody: der wahre Grund